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Wirtschaft Karriere
09/12/2021

Überlebenskampf: Wie ein Reisebüro-Betreiber die Krise überstehen will

Richard Senft betreibt ein Reisebüro in Wien. Die Pandemie hat sein Geschäft beinahe zum Erliegen gebracht. Wie es weitergeht, ist ungewiss. Für den Herbst setzt er vor allem auf zwei Destinationen.

von Theresa Kopper

Richard Senft hat harte Monate hinter sich. Er betreibt ein Reisebüro in Wien, das sich auf Fernreisen spezialisiert hat und beschäftigt rund zehn Mitarbeiter. In den vergangenen Monaten lag das Geschäft allerdings brach, seine Angestellten muss er nach wie vor in der Kurzarbeit halten. „Die Touristik ist eine anfällige Branche, das ist keine Neuigkeit. Wir haben in den vergangenen Jahren auch schon einige Tiefpunkte überstanden. Aber die Corona-Krise stellt das noch einmal in den Schatten“, sagt er. 

Geschäft mit Fernreisen liegt brach

Denn während in Europa mit den sinkenden Inzidenzzahlen die Grenzen wieder öffneten und Urlaub dort wieder nahezu uneingeschränkt möglich ist, ist das Geschäft mit Fernreisen nach wie vor fast völlig eingebrochen. „Für uns hat der für die Touristik eigentlich gute Sommer keinen Unterschied gemacht. Fernreisen stehen aktuell nicht hoch im Kurs bei der Bevölkerung.“ 

Das liege zum einen natürlich an den drastischen Reisebeschränkungen außerhalb Europas. Zum anderen merke er aber auch, dass sich die Leute aufgrund der aktuell unsicheren Lage nicht trauen, Fernreisen zu buchen. „Das alles führt dazu, dass es uns aktuell beinahe unmöglich gemacht wird, ein wirklich darstellbares Produkt präsentieren und auch verkaufen zu können“, sagt Senft. 

Hoffnung auf zwei Projekten

Eine schwierige Lage, die sich auch in den kommenden Monaten kaum ändern wird, wie der Reiseexperte meint. Die Aussichten für den Herbst seien vor dem Hintergrund der steigenden Infektionszahlen alles andere als rosig für die gesamte Branche. Bei Enjoy Reisen setzt man die ganze Hoffnung deshalb vor allem auf ein Projekt: „Für den Herbst haben wir die Weltausstellung in Dubai, die am 1. Oktober beginnt, im Portfolio. Die Emirate haben tolle Sicherheitskonzepte und wir sind dort gut vernetzt. Insofern glaube ich, dass sich das gut verkaufen wird.“ Ebenso wie die Malediven. „Die Malediven sind, was Corona betrifft, in der Vorstellung der Kunden so etwas wie eine Insel der Seligen. Die Menschen fühlen sich sicher, dort hinzufliegen.“

Eine Renaissance der Reisebüros

Das gebe Senft zumindest etwas Hoffnung, ebenso wie die Tatsache, dass Reisebüros  durch die Pandemie wieder eine Renaissance erleben. „Es hat definitiv eine Rückbesinnung auf den stationären Vertrieb, also die Reisebüros, stattgefunden. Auch weil viele Menschen  von den großen Buchungsplattformen enttäuscht sind, da sie bei der Stornierung oder Umbuchung oft kein Geld zurückbekommen haben und es zudem keine direkten Ansprechpartner gab. “

Von der Politik enttäuscht

Enttäuscht, das ist Richard Senft  auch  von der Politik. „Anstatt der Reisebeschränkungen bräuchte es einen bilateralen Austausch beispielsweise über Hygienekonzepte. Die Regierung führt diesen nicht, meiner Meinung auch deshalb, weil es ihr ganz lieb ist, dass das Geld für Inlandstourismus ausgegeben wird.“ Das sei zwar in gewissem Maße  nachzuvollziehen, „trotzdem sollte man sich Gedanken machen, wie man künftig Reisebeschränkungen sinnvoll gestalten könnte.“  

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