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Österreichs Wirtschaft wieder an die Spitze bringen: Was es jetzt braucht

In internationalen Rankings rutscht Österreich zunehmend ans untere Ende. Wie es dazu gekommen ist und wie sich gegensteuern lässt.
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Drei Plätze ist Österreich im internationalen IMD-Wettbewerbsranking binnen eines Jahres abgerutscht – auf Platz 29 von 70. Vor sechs Jahren war noch der 16. Platz drin. Österreich kann es also besser, in internationalen Rankings zeichnet sich aber reihenweise eine unterdurchschnittliche Performance ab (siehe Grafiken unten).

Die aktuelle Konjunkturprognose der EU-Kommission für 2026 zeigt etwa, dass nur Italien und Rumänien heuer schlechter abschneiden sowie Irland aufgrund eines „Sondereffekts“. Das BIP-Wachstum in Österreich beschränkt sich auf 0,6 Prozent und knackt sogar 2027 die Ein-Prozent-Marke nicht. (Das Wifo kalkuliert etwas optimistischer.) Selbst dieses Wachstum steht aber auf wackeligen Beinen, warnt Monika Köppl-Turyna, Direktorin von EcoAustria. Dauere der Iran-Konflikt an, könne Österreich wieder in die Rezession schlittern. Die Ökonomin ist überzeugt, dass die längste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg noch nicht überwunden sei: „Der Sektor Staat wächst, nicht die Privatwirtschaft.“ Das Plus im BIP wäre hauptsächlich dem öffentlichen Sektor zu verdanken. Der privatwirtschaftliche Teil wäre weiterhin im Minus.

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Österreichs Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich

Das IMD-Ranking: Österreich rutscht auf Platz 29 ab. 2020 war es noch Platz 16.

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Österreichs Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich

Die Konjunkturprognose der EU-Kommission rechnet für Österreich mit geringem Wachstum unter einem Prozent.

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Österreichs Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich

Österreich zählt zu den Ländern mit der höchsten Inflation.

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Österreichs Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich

Die Stimmung in Österreich: Pessimistisch. So das Ergebnis von Gallup International.

Wie sich Österreich in diese Lage hineinmanövriert hat? Durch eine Koste-es-was-es-wolle-Mentalität und indem es diverse Krisen nicht für sich zu nutzen wusste. „Wir erklären, warum wir in einen Strudel geraten sind, ziehen aber keine Lehre daraus“, sagt Köppl-Turyna. Andere Länder hätten das getan. Dänemark und Schweden hätten ihr Pensionssystem reformiert, selbst in Deutschland würde bei der zweiten Pensionssäule „jetzt einiges passieren.“ 

Österreichs Bundesregierung hätte immerhin die Industriestrategie 2035 vorgelegt – mit 117 Maßnahmen, um wieder wettbewerbsfähiger zu werden. Grundsätzlich sei diese Strategie gelungen, meint die Ökonomin. Jedoch ergänzt sie: „Es fehlt das Wesentlichste.“ Gemeint sind große Strukturreformen, die das Thema Staatsausgaben angehen. Passiere das nicht, wären die Spielräume zu handeln, zu beschränkt. „Wenn ein Jahr länger arbeiten, vier Milliarden Euro ins Budget bringt und die ganze Unterstützung für energieintensive Industrie mit 250 Millionen Euro budgetiert ist, sieht man, wo die Summen wirklich daheim sind.“

Ihr Vorschlag, wie die Trendwende jetzt gelingen soll? Das Pensionsantrittsalter schleunig erhöhen und Investoren eine langfristige Perspektive bieten, um am Standort auch in den nächsten 15 Jahren festzuhalten. „Da sehe ich viel zu wenige bzw. sogar falsche Signale in diese Richtung“, kritisiert Köppl-Turyna in Hinblick auf Diskussionen rund um Bankenabgabe und Vermögenssteuer. Und auch Österreichs Topmanagerinnen und Topmanager haben genaue Vorstellungen, wie der Weg zurück an die Spitze gelingt.

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Sabine Herlitschka, CEO Infineon Technologies Austria

„Es braucht viel mehr Dynamik im Tun. Für gute Unternehmen ist es selbstverständlich, sich jeden Tag zu fragen, wo sie besser werden können, wovon man sich verabschieden muss und wo Chancen liegen. Wettbewerbsfähigkeit und Marktführerschaft erarbeitet man sich genau so.  Wenn Österreich als Wirtschaftsstandort wieder dorthin kommen will, wo wir den Lebensstandard, den wir gewohnt sind, auch aus eigener Leistung sichern, dann müssen wir aus den Möglichkeiten, die da sind – den Technologien, der Innovationskraft und den tollen Menschen – mehr machen. Mut ist heute gefragter denn je, die Aufgabe der Politik ist es, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Österreich hat die Stärken, wieder vorne mitzuspielen – aber jetzt entscheidet die Umsetzung: es geht um Tempo, smarte Bürokratie und mutige strukturelle Erneuerung. Damit können wir den aktuellen Rückstand in eine Chance nach vorne verwandeln – das Ziel ist gesetzt: Top-Zehn.“

Michael Strugl

Michael Strugl, CEO Verbund

„Österreich braucht jetzt Klarheit: bei den Zielen, die wir erreichen wollen, und bei den Rahmenbedingungen, die deren Umsetzung möglich machen. Nur wenn wir wissen, wohin wir wollen, können wir diesen Weg auch mit der nötigen Entschlossenheit gehen. Das gilt für Österreich – und genauso für Europa.“

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Henrietta Egerth, Geschäftsführerin Forschungsförderungsgesellschaft (FFG)

„Österreich kann seine Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation nachhaltig stärken. Dafür braucht es konsequente Investitionen in Forschung, neue Technologien und ihre Umsetzung – denn Wertschöpfung entsteht dort, wo aus Ideen marktfähige Lösungen werden. Das sichert Wachstum, hochwertige Arbeitsplätze und unseren Wohlstand.“

Wolfgang Eder

Wolfgang Eder, Aufsichtsratsvorsitzender voestalpine

„Wir brauchen klare, einfache Entscheidungen, die nicht von parteipolitischen Überlegungen überlagert sind. Eigentlich ist es nicht so schwierig: Es gibt genug Länder, Stichwort Griechenland, die in einer viel schwierigeren Situation als wir waren. Wenn wir jetzt das Richtige tun und über kleinkarierten, parteipolitischen Proporz drüberstehen, dann haben wir alle Chancen. Aber wir haben nicht ewig Zeit.“

Karl-Heinz Strauss

Karl-Heinz Strauss, CEO Porr

„Wir brauchen einen Zehn-Jahres-Plan in Österreich, an dem wir uns orientieren und Fokus auf unsere Stärken, die wir zweifelsohne haben. Zehn Jahre, damit nicht immer alles wieder umgestellt wird. Wir müssen uns auf das beziehen, was Österreich kann: Energie, Wasser, gut ausgebildete Leute, intelligente Produktion – mehr brauchen wir nicht.“

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Michael Höllerer, CEO Raiffeisen Bank International AG

„Massive Deregulierung, Entlastung, Entbürokratisierung – dann geht’s wieder!“ 

Mag. Gerald Hackl

Gerald Hackl, CEO Vivatis

„Deutlich weniger Bürokratie, zusammenräumen, wir ersticken in bürokratischen Themen. Wir brauchen Ausbildung, Ausbildung, Ausbildung und vom Kindergarten bis zur Hochschule mehr Qualität. Den Mut der Regierung, zu sagen, dass wir österreichische Waren fördern. Unsere Landwirtschaft, die Produktion, die gesamte Wertschöpfung muss den Kunden wichtig sein.“

Markus Hengstschläger

Markus Hengstschläger, Genetiker, Autor

„Österreich braucht ein Bildungssystem, das deutlich mehr als jetzt auf Talentförderung und Unterstützung der Lösungsbegabung setzt. 
Wir brauchen eine verstärkte Förderung exzellenter Grundlagenforschung und zusätzlich müssen Forschung und Lehre an 
den Universitäten auch junge Menschen zum Gründen befähigen und motivieren. Und wir brauchen im Bereich Forschung und Innovation einen gemeinsamen Plan.“

Gerda Holzinger-Burgstaller, Erste Bank

Gerda Holzinger-Burgstaller, CEO und CFO Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG

„Ein Aufschwung beginnt im Kopf. Wir sollten alle wieder mehr daran glauben, dass es aufwärtsgehen kann. Diese Zuversicht ist keine Nebensache, sie ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen investieren, gründen und Risiken eingehen. Genau daran hapert es in Österreich gerade, zu viel Zögern, zu wenig Zutrauen in die eigene Stärke. Wir haben kluge Köpfe und tolle Unternehmer:innen in diesem Land, jetzt müssen wir aber vom Reden und Analysieren ins Tun kommen. Wer wieder mehr wagt, kommt auch wieder nach vorne.“

Rotary meets Health

Toni Innauer, Olympiasieger im Skispringen, Sportmanager, Unternehmer

„Österreich darf sich auf seine Stärken konzentrieren und muss nicht auf jedem Gebiet hinterherhecheln. Qualität darf nicht dem billigen, schnellen, digitalisierten Erfolgshunger geopfert werden. Wir haben Qualität vorzuweisen, kulturell, wissenschaftlich, im Handwerk, als Naturschützer oder als Gastgeber. Das gilt es zu respektieren und abzusichern. Die Lebensqualität in unserem Land ist nach wie vor großartig. Wir jammern auf höchstem Niveau.“

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