Gehaltstransparenz: Darum ist sie mit Vorsicht zu genießen

Über Geld spricht man nicht gerne – und über Gehälter schon gar nicht. Dabei soll es jetzt mehr Transparenz geben, doch die kommt mit Tücken.
Sandra Baierl
Whispering Secrets: Medical Doctor Staff Gossiping

Über Geld spricht man in Österreich immer noch nicht – es hat keine Kultur und schürt, österreichtypisch, Neid, Mitleid und Missgunst. Die wenigsten würden offen über ihr Einkommen sprechen oder Einblicke in ihre Finanzgebarung geben. Gehalt und Geld sind höchstpersönliche Angelegenheiten – aus Gründen.

Das trifft auch für die Einstufung des Gehalts einer Person generell zu. Viele Faktoren spielen hier entscheidend mit: Ausbildung und Fortbildungen, Erfahrungen aus vorherigen Tätigkeiten, spezielle Kenntnisse, Alter und bisherige Gehaltsansprüche, das Verhandlungsgeschick im Bewerbungsgespräch, die Persönlichkeit generell und die Soft Skills einer Person.

Auch, ob jemand für einen Job abgeworben und damit „teurer“ eingekauft wurde, weil man sie/ihn unbedingt braucht, kann ein großer Faktor sein. Ergibt: Ein Gehalt, das sich aus vielen Bausteinen zusammenrechnet und damit auch individuell variiert.

Werden nun Stimmen und gesetzliche Vorgaben laut, die Transparenz und Vergleichbarkeit fordern, hat das eine Berechtigung. Dahingehend nämlich, dass nicht aufgrund von Geschlecht oder persönlichen Merkmalen diskriminiert werden darf. Trotzdem kann es kein Gleichschalten von Einkommen geben: denn letztlich regelt der Markt, was es einem Unternehmen wert ist, eine Person bei sich zu beschäftigen.

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