Noch hier? Unternehmer kritisieren Standort Österreich
„Wir sind in Europa überreguliert, die Lohnnebenkosten sind zu hoch und als Unternehmer ist man immer der böse Kapitalist.“
Oder: „Würden wir heute nochmals gründen, wäre es nicht in Hartberg, nicht in der Steiermark, nicht in Österreich und auch wahrscheinlich nicht in Europa.“
Zwei heimische Unternehmer, zwei besorgniserregende Aussagen in Bezug auf den Wirtschaftsstandort Österreich. Und tatsächlich gibt es aktuell fast keinen Firmenlenker, der nicht in dieselbe Kerbe schlägt: Bürokratie und Lohnnebenkosten belasten stark, die Wettbewerbsfähigkeit leidet. Hinzu kommt eine allgemeine Wirtschaftslage, die aktuell keine großen Sprünge zulässt. Zusammen ergibt das einen giftigen Mix, der sich auf die Wirtschaftskraft und die generelle Stimmung schlägt.
Auch im Ranking des Lausanner Instituts IMD liegt Österreich bei der Wettbewerbsfähigkeit nur mehr auf Rang 26 von 69 Volkswirtschaften. 2020 war es immerhin noch Rang 16. Die schlechte Platzierung ergibt sich durch die wirtschaftliche Entwicklung und die Steuerpolitik.
Vom Entfesseln der Wirtschaft war einmal die Rede, von der Deregulierung spricht man seit vielen Jahren, von der Senkung der Lohnnebenkosten auch. Es ist höchste Zeit, dass diese Schalthebel bedient werden – für das Wohl der Wirtschaft und für uns alle.
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