KinderUni: Warum Kinder im Sommer dieses Fach studieren
Im Sommer wird studiert – zumindest an der KinderUni: Seit 24 Jahren bietet das Kinder- und Jugendbüro der Universität Wien Sieben- bis Zwölfjährigen die Möglichkeit, sich auch in den Ferien weiterzubilden. Ab 13. Juli stehen rund 800 Forschende und Wissenschafter mehr als 4.000 Kindern Rede und Antwort. Was es mit der KinderUni auf sich hat, erklärt Karoline Iber, Geschäftsführerin des Kinder- und Jugendbüros.
KURIER: Seit mehr als zwei Jahrzehnten können sich Kinder an der Universität Wien auch in den Ferien weiterbilden. Heuer sollen auch Finanzbildung und Konfliktlösung ins KinderUni-Programm aufgenommen werden. Ist das für Kinder nicht noch zu komplex?
Karoline Iber: Kinder erleben, dass vieles im Umbruch ist. Dazu können wir als Erwachsene nicht schweigen. Wir haben inzwischen viel Erfahrung damit, solche Themen so aufzubereiten, dass Kinder die Ohren spitzen. Sie brauchen das, weil sie natürlich merken, dass viel über Armut und Inflation gesprochen wird – auch wenn sie diese Begriffe noch nicht einordnen können. Aber es beschäftigt sie. Deswegen entscheiden sie sich sogar in den Ferien dafür, solche Lehrveranstaltungen zu besuchen.
Zusätzlich kooperiert das Kinder- und Jugendbüro seit 2019 mit der Bawag. Freiwillige Mitarbeiter unterstützen die sogenannten kostenlosen KinderuniTagestickets. Wie genau sieht diese Zusammenarbeit aus?
Die Zusammenarbeit ist mit der Zeit immer intensiver geworden. Heuer werden auch Finanzbildungsthemen von Expertinnen und Experten der Bawag das Programm der KinderUni ergänzen. Ihre Volunteers begleiten aber auch unsere KinderuniTagestickets – das ist ein besonderes Element. Uns ist es wichtig, dass wir für alle Kinder offen sind. Deswegen bieten wir auch die Möglichkeit, sie einen ganzen Tag lang an der KinderUni zu begleiten – inklusive Anreise und Verpflegung. Da helfen Freiwillige mit, und es ist herzerwärmend, wie das wirklich beiden Seiten die Augen öffnet.
Warum sind Programme wie diese wichtig – und was nehmen sowohl die Volunteers als auch die Kinder daraus mit?
Kinder erleben Menschen, die erfolgreich im Beruf sind und mit denen sie sonst vielleicht nie in Kontakt kommen würden. Die Volunteers haben hier eine unmittelbare Vorbildfunktion, was hilft, Barrieren abzubauen. Außerdem freuen sie sich darüber, aus ihrem Arbeitsalltag herauszukommen. Die Interaktion tut auch ihnen gut.
Beobachten Sie generell einen Anstieg beim Corporate Volunteering?
Es wird mehr, das sehen wir schon. Die Bawag bietet heuer in Kooperation mit uns 50 Volunteer-Tage an, und die Plätze waren wahnsinnig schnell vergeben. Vor allem Großunternehmen forcieren es stark und haben es in ihren HR-Programmen verankert
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