ID Austria & Co: Warum es legitim ist, digital nicht mitzuhalten
Generationenforscher Rüdiger Maas warnte schon einmal: Die Älteren müssen aufhören, die Jungen zu bewundern. Mit einer Selbstverständlichkeit Smartphones bedienen zu können, sei kein Talent, sondern nur Imitation. Sie klicken und wischen, sagt er, aber programmieren nicht. Und sie können, wenn die Technik wirklich komplex wird, genauso anstehen. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung der ID Austria hat schließlich generationenübergreifend zur Weißglut getrieben.
Viele Ältere aber sehen das nicht. Sie fühlen sich durch den rasanten technologischen Fortschritt unter Druck gesetzt, zweifeln an den eigenen Fähigkeiten, sind besorgt, irgendwann nicht mehr mithalten zu können und abhängig zu werden von der Familie, sofern man eine hat.
Was dabei gerne vergessen wird: Immer auf allen Gebieten fit zu sein, ist anstrengend und in einer Zeit, in der sich ständig alles neu erfindet, kaum machbar. Wer bereits jahrzehntelang gelernt und unzählige Veränderungen mitgetragen hat, kommt vielleicht an den Punkt zu sagen: „Da mache ich nicht mehr mit.“ Das ist legitim und sollte respektiert werden. Denn so praktisch manche digitalen Lösungen auch sind, so wichtig sind alternative Angebote – das Personal am Bankschalter oder die Servicestelle mit echten Menschen – um alle Mitglieder einer Gesellschaft am Alltag teilhaben zu lassen. So lange und selbstbestimmt wie möglich.
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