Eine Transformation mit unbekanntem Ergebnis
Der Wandel des Arbeitsmarkts kommt in Wellen. Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert, Automatisierung im 20. Jahrhundert, jetzt die digitale Transformation. Jede Welle, so das bisherige Narrativ, veränderte die Arbeit, vernichtete Jobs, aber neue Arbeit entstand in noch größerer Zahl. Aktuell scheint das anders. Weltweit werden Stellen in so hohem Tempo und so großer Zahl gestrichen, wie es wohl nie da gewesen ist.
Das hebelt auch den viel beschworenen Fachkräftemangel aus, der jahrelang das beherrschende Thema in Personalabteilungen war. Jetzt aber beklagen immer weniger Firmen einen Personalmangel. Vielmehr ist die Reduktion das Gebot der Stunde. Firmen prüfen genau, welche Stellen und Qualifikationen noch gebraucht werden und wo Computer und KI übernehmen. Automatisch nachbesetzt wird nicht mehr, alles wird geprüft, weil Geschäftsmodelle schwinden.
Wenn dann ausgerechnet einer wie Amazon-Gründer Jeff Bezos sagt, dass die Technologie einen Mangel an Arbeitskräften verursachen werde, ist das schwer zu glauben. Die Menschen hätten unendlich viele Aufgaben und seien derzeit durch Barrieren eingeschränkt, die durch KI abgebaut werden können. Demzufolge wären wir aktuell also nur in einer Phase mit großen Transformationsschmerzen – die auch wieder vorbeigeht. Für die Vision, wie das Danach ausschauen wird, braucht man aktuell aber viel Fantasie.
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