Alkoholfreier Wein: Muss man dafür einen Markt machen?
Ein erfolgreiches Business löst ein Problem oder stillt ein Bedürfnis. Das ist gemeinhin die Lehre – und darauf sind die meisten Geschäfte auch aufgebaut.
Schafft man ein Produkt, für das es (noch) keinen größeren Markt gibt, könnte man das als besonders visionär bezeichnen – denn der Markt könnte ja folgen, wenn die Konsumenten bereit sind. Man könnte es aber auch als besonders riskant sehen.
Ein Beispiel dafür sind alkoholfreie Alkoholika (man könnte in der Formulierung und damit im Produkt einen kleinen Widerspruch erahnen). Die „boomen“ und „trenden“ und sind irgendwie auch im Gespräch. Gekauft werden sie aber – noch – von wenigen. Die größte Weinhandelskette Österreichs meldet vier Prozent Umsatz durch ebendiese alkoholbefreiten Weine oder Gins oder Prosecchi. Ein durchaus überschaubarer Anteil.
Was es bräuchte, um den Markt anspringen zu lassen? Viel Marketing, um ein noch nicht vorhandenes Bedürfnis zu wecken. Das funktioniert aber nur, wenn das Produkt auch gewisse Ansprüche erfüllt. Zugegeben, beim alkoholfreien Bier hat das ganz gut geklappt. Das gibt es fast überall und es schmeckt auch ganz passabel. Die Sache mit dem Wein (oder Gin oder Prosecco) hat aber einen entscheidenden Haken: er schmeckt nicht (oder noch nicht). Im Gegensatz zu Traubensaft gespritzt. Eine Alternative, für die man sich das ganze Prozedere, zuerst vergären, dann entalkoholisieren, sparen kann.
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