© Intersport Winninger

Wirtschaft
03/15/2021

Intersport Winninger: "Lieferengpässe bei E-Bikes"

Heimischer Sporthändler eröffnet Flagshipstore au der Wiener Mariahilferstraße und setzt voll auf Fahrrad-, Outdoor- und Lauf-Boom. Wintersaison bisher 15 Prozent unter Vorjahr.

von Anita Staudacher

Mitten in der Corona-Pandemie eröffnet der heimische Sportartikelhändler Intersport Winninger heute, Montag, einen Flagship-Store in der Wiener Mariahilferstraße. Die ehemalige H&M-Filiale ist der insgesamt 15 Standort von Winninger und der bereits fünfte in Wien.

Das Sortiment auf der 3.200 m2 Verkaufsfläche auf zwei Ebenen umfasst die Bereiche Running, Outdoor, Bike, Fußball, Tennis, Fitness, Ski Alpin, Tourenski und Outdoor. Insgesamt 3 Mio. Euro wurden für den Umbau investiert, 50 Mitarbeiter werden beschäftigt.

Mit 15 Sportgeschäften sei einmal das Ende der Expansion erreicht, sagt Firmenchef Roman Winninger zum KURIER. "Es sind in Österreich nur noch wenige attraktive Standorte zu finden. Sollte sich daran etwas ändern, werden wir uns natürlich umschauen. Aber nicht um jeden Preis".

Premiumanbieter

Im Gegensatz zu den großen Sporthandelsketten wie SportsDirect, Decathlon oder XXLSports positioniert sich das Familienunternehmen aus Amstetten als Premiumanbieter mit großem Beratungsschwerpunkt. "Unsere Devise lautet: Von Sportler zu Sportler. In jeder Abteilung von uns ist zumindest ein Verkäufer, der diese Sportart aktiv ausübt", erläutert Winninger.

E-Bike-Engpässe

 

Wie schon im Vorjahr hofft der Sporthändler jetzt im Frühjahr vor allem auf ein starkes Fahrrad-, Laufsport-und Outdoor-Geschäft. "Der Trend zu Fitness und Outdoor-Sport hat sich durch Corona enorm verstärkt", weiß Winninger. So verstärkt, dass es bereits zu Engpässen kommt.

Die E-Bike-Nachfrage sei derzeit so groß, dass die Lieferanten den Bedarf gar nicht stillen könnten, berichtet Winninger von Lieferverzögerungen bei Herstellern wie KTM. "Unser Problem ist nicht, die E-Bikes zu verkaufen, sondern sie rechtzeitig zu bekommen". Manche E-Bike-Modelle, die im Vorjahr bestellt wurden, seien bis jetzt nicht da. Viele wichtige Bauteile wie etwa Schaltungen kämen aus Fernost, wo die Lieferkette derzeit unterbrochen sei.

Im Running-Bereich rechnet Winninger mit weiteren Zuwächsen. Auch weil den Konsumenten immer mehr Zubehör und Services rund ums Laufen angeboten werden wie etwa eigene Laufanalyen.

 

Bisher 15 Prozent Umsatzminus

 

Die bisherige Wintersaison ist für Winninger zwiespältig verlaufen. Einerseits gab es bis zu 70 Prozent Umsatzminus bei Alpin-Skier und Skiausrüstung, andererseits boomten Lockdown-bedingt Fitness-Geräte wie Hometrainer oder Laufräder und sorgten für Mehrumsatz. "Enorme Steigerungen" gab es auch bei Ski-Touren- , Schneeschuh- und Winterwander-Ausrüstungen.

In Summe sei das bisherige Geschäftsjahr -  beginnend mit September 2020 - gar nicht so schlecht gelaufen, meint Winninger. Das Umsatzminus über alle Sortimente betrage rund 15 Prozent. "Seit wir wieder öffnen dürfen, holen wir aber wieder auf, weil es viele Nachziehkäufe gibt, so dass wir mit einem blauen Auge davonkommen könnten". Besonders wichtig im Sportartikelhandel ist das bevorstehende Ostergeschäft. Ein neuerlicher Lockdown des Handels wäre indes "eine totale Katastrophe", meint Winninger.

Das Online-Geschäft - über Intersport - spielt für den Händler, der stark auf Beratung setzt, im Vergleich zum Mitbewerb eine untergeordnete Rolle. "Alles was beratungsintensiv ist, wie E-Fahrräder oder Skier, geht online nicht so gut".

 

Familienbetrieb mit Tradition

Das Familienunternehmen Winninger begann 1930 als Sattlerbetrieb in Amstetten und begann 1960 mit der Produktion von Fußbällen, Turnmatten und Skistöcken. Bald danach erfolgte der Einstieg in den Sportartikelhandel, seit 1972 ist Winninger Mitglied der Intersport Handelsgenossenschaft. 1988 übernahm Roman Winninger III. das Ruder im Familienbetrieb und setzt seither auf Expansion. Intersport Winninger betreibt aktuell 15 Sportfachgeschäfte in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich und beschäftigt insgesamt 360 Mitarbeiter.

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