Individuelle Lösungen für gekündigtes Kika/Leiner-Personal gesucht

Individuelle Lösungen für gekündigtes Kika/Leiner-Personal gesucht
Auch Arbeitsstiftungen für 1.900 Beschäftigte möglich. Jobchancen im Handel sind gut, aber regional unterschiedlich.

Per Ende Juli sollen wie berichtet 23 der 40 Kika/Leiner-Standorte zusperren. Die von den Schließungen betroffenen rund 1.900 Mitarbeiter werden in den nächsten Tagen in Betriebsversammlungen über das weitere Prozedere informiert. Durch die Filialschließungen können sie ab August einen neuen Job antreten, Kündigungsfristen müssen sie nicht beachten.

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Ein Teil der Beschäftigten soll demnach in Arbeitsstiftungen die Chance auf Umschulungen oder Weiterbildung erhalten. In Wien etwa steht der Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (WAFF) dafür bereit, in Oberösterreich gibt es eine eigene Insolvenzstiftung. Neben Verkäuferinnen und Verkäufer müssen auch Möbeltischler- und Monteure sowie Lehrlinge neue Arbeitgeber finden. Wie die Alters- und Qualifikationsstruktur genau aussieht, war am Dienstag noch nicht zu erfahren.

Gute Jobchancen

Im Handel sind die Jobchancen derzeit gut, wenn auch regional unterschiedlich. In kleineren Städten wie Unterwart, Feldbach oder Liezen ist die Arbeitsmarktlage anders als etwa in Wien. Daher sollen für jeden Betroffenen „individuelle Lösungen“ gefunden werden, sagte Arbeitsminister Martin Kocher am Dienstag.

36.000 Arbeitssuchende

Beim AMS waren Ende Mai 20.000 offene Stellen im Handel gemeldet, davon 1.700 im Möbelhandel. Zugleich gab es aber auch 36.000 vorgemerkte Arbeitslose in der Branche. Die Fluktuation ist im Einzelhandel sehr groß, ebenso die Teilzeitquote. 

Es gehe jetzt darum, dass die Betroffenen erst gar nicht arbeitslos werden, heißt es beim AMS. "Unser Ziel ist, Arbeitslosigkeit soweit wie möglich zu verhindern und den ehemaligen Kika/Leiner-MItarbeiter/innen einen nahtlosen Umstieg in ein neues Beschäftigungsverhältnis zu ermöglichen", sagt Sandra Kern, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS NÖ.Grundsätzlich stünden alle AMS-Instrumente bereit, um eine rasche Re-Integration  zu ermöglichen.

Werben um Personal

In den vergangenen Tagen warben bereits zahlreiche Betriebe – von Spar, Rewe und Hofer über Bauhaus und dm bis zur Post und Polizei – um das Kika/Leiner-Personal.  

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„Wir haben aktuell mindestens 52 offene Positionen in direktem Umfeld von Kika- oder Leiner-Standorten, die geschlossen werden sollen“, heißt es etwa bei dm. Sowohl die Personalabteilungen als auch die Betriebsräte der beiden Handelsunternehmen stünden bereits in Kontakt, um Mitarbeitende zu vermitteln. Auch das Generali-Versicherung will das Verkaufspersonal als Kundenbetreuer/innen gewinnen und lockt Quereinsteiger mit zahlreichen Benefits.

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