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Wirtschaft Immobiz
09/13/2020

Der private Safe: Darauf ist zu achten

Wer in den Wohnräumen sowohl Bargeld und Wertgegenstände sicher verwahren will, darf beim Tresor nicht knausrig sein

Brechstange, Hammer und Meißel: Mehr braucht der Durchschnittseinbrecher nicht, um sich Zugang zu einem ungesicherten Haus zu verschaffen – und um billige Wandtresore zu öffnen. Profis gehen da bereits mit einem Hobbs’schen Haken und leistungsstarken Spezial-Bohrgeräten ran.

Safe-Knacken kostet Zeit

Doch wurde der Safe fachgerecht eingebaut und handelt es sich dabei um ein zertifiziertes Modell der höheren Sicherheitsklasse, haben selbst geübte Panzerknacker wenig Chancen. Insbesondere dann, wenn’s schnell gehen soll. Und das ist wohl die größte Herausforderung für alle Einbrecher.

„Je schwerer man es ihnen macht, desto eher geben sie auf“, sagt Gerhard Braunschmidt, Leiter für Kriminalprävention beim Bundeskriminalamt (BKA). Doch um den individuell passenden Tresor für daheim zu finden und richtig und sicher einzubauen, müssen einige Fragen geklärt werden:

Wozu und wie groß?

Entscheidend ist zunächst, was Sie in Ihrem Tresor versperren wollen (etwa Wertgegenstände, Dokumente, Waffen, Bargeld, Datenträger). Eine grobe Liste ist hilfreich. Nach dem Inhalt richtet sich dann die Größe. Welches Format hat der größte Gegenstand, der in den Safe soll? Dadurch ergibt sich bereits das Mindest-Innenmaß.

Wo und wie einbauen?

Die simple Regel lautet: Wird der Tresor nicht gefunden, kann er auch nicht geknackt werden. Ist er allerdings auch für einen selbst zu gut versteckt, wird er wohl nicht oft oder nur mühsam verwendet werden. Wo auch immer Sie den geeigneten Ort für den Safe bestimmen – ob er nun nachträglich eingebaut oder im Zuge des Hausbaus installiert wird: Tresore unter 1.000 Kilo Eigengewicht müssen in jedem Fall sicher im Mauerwerk verankert werden.

Das bloße Anschrauben oder Ankleben im Schrankfach ist ebenso wenig zielführend wie das Fixieren in Leichtbauwänden (Rigips), Holz oder Pressspanplatten. Der Safe sollte stets mit dem Boden (Estrich/Beton) oder der Rückwand (Mauerwerk/Ziegel/Beton) fest verbunden werden. Schwierigkeiten beim nachträglichen Einbau bereiten vor allem Wandstärken und Wandmaterialien: Übliche Wände sind rund 12 bis 25 cm dick.

Da bleibt beim bündigen Einbau nur wenig Platz für den Tresorinnenraum. „Bei einem eingemauerten Wandtresor muss ein spezieller Beton (B 400 Betonmischung) verwendet werden. Dieser sollte mindestens 10 Zentimeter rund um den Tresor aufgebracht werden und mit Stahl verstärkt sein“, erklärt BKA-Experte Gerhard Braunschmidt. Wer ein doppelwandiges Modell verwendet, kann unter Umständen auf einen Betonmantel verzichten.

So bleibt mehr Platz verfügbar. Jeder zertifizierte Tresor enthält speziell zertifiziertes Befestigungsmaterial. Dieses wird bei der Prüfung für die Zertifizierung immer miteinbezogen. Vor allem geht es dabei um die Zugsicherheit der Schrauben. Braunschmidt: „Möbeltresore etwa sollten zusätzlich zur vorgesehenen Befestigung mit der Wand und im Boden mit Kraftdübeln verschraubt werden.“

Das gilt auch für Waffenschränke, also Tresore zur Verwahrung von Faust- und Langwaffen sowie von Munition. „Sie sind massiv aus Stahl ausgeführt und mit einem versperrbaren Innenfach zur getrennten Aufbewahrung der Munition ausgestattet.“

Was darf’s kosten?

Hier geht es nicht um eine Schnäppchenjagd, sondern um ein adäquates Preis-Leistungsverhältnis. Entsprechend breit ist auch das Kosten-Nutzen-Spektrum: Es gibt Wertschutz- und Brandschutztresore, Möbel- und Wandtresore, Waffenschränke, Stahlbüroschränke, Schlüssel- und Depositsafes. Die Preise für zertifizierte Modelle (Widerstandsgrad 1) beginnen bei ca. 300 Euro aufwärts.

Entsprechend zu beachten sind die verschiedenen Widerstandsklassen für unterschiedliche Bedürfnisse – Gewerbe oder privat, mit oder ohne Alarmanlage. Zudem empfiehlt das BKA Tresors mit Schloss ohne Schlüssel. „Bei Tresoren mit Schlüsselschloss muss auf die Verwahrung des Schlüssels Bedacht genommen werden.

Täter suchen sehr intensiv nach dem Schlüssel und brechen sämtliche versperrten Laden auf, um an den Schlüssel zu gelangen. In der Regel finden sie ihn auch.“ Besser und sicherer seien moderne Code- oder Zahlenkombinationsschlösser. „Sie haben allerdings den Nachteil, dass man sich den Code oder die Zahlen merken und diese sicher aufbewahren muss.“ Alternativ sind Safes mit Fingerprint-System, die heute auch schon für den Privatgebrauch erhältlich sind.

Nicht zuletzt sollte man sich über den Transport des Tresors nach dem Kauf Gedanken machen. Bis 100 Kilogramm lässt sich die Neuanschaffung mit ein paar starken Männern durchaus noch zum Aufstellungsort bringen. Bei allem über 100 Kilogramm sollte man sich den Tresor von einer spezialisierten Spedition liefern lassen.

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