Wohnungsmarkt: Die Kauflaune springt wieder an
Haus im Einkaufswagen
Die Zeichen für den Immobilienmarkt stehen nach herausfordernden Jahren wieder auf Erholung. Das Interesse an Eigentumswohnungen, Häusern und Baugründen ist wieder da, berichtet der Fachverband der Immobilientreuhänder bei der Präsentation des Preisspiegels. Die Verkaufszahlen sind über alle Immobilienkategorien hinweg gestiegen, vor allem im Bereich der Eigentumswohnungen mit einem Plus von knapp 21 Prozent.
91.000 Transaktionen insgesamt wurden 2025 getätigt – 2024 waren es 83.500. Stark entwickeln sich die Bundesländer Wien, Oberösterreich und Salzburg, schwächer Kärnten, Steiermark und das Burgenland.
Bei den Eigentumswohnungen sind Bestandsobjekte stärker gefragt als neu errichtete Wohnungen, auch weil diese günstiger sind. Die große Nachfrage nach Kaufwohnungen hängt auch mit der Gebührenbefreiung zusammen, die noch bin Ende Juni läuft. Seit April 2024 fallen beim Erwerb von Wohnraum die Gebühren für die Grundbuchs- und die Pfandrechtseintragung weg. Laut dem Fachverband laufen Gespräche zur Verlängerung der Gebührenbefreiung, noch gebe es kein Ergebnis.
Nach wie vor sind die Anforderungen für einen Wohnkredit aus Sicht der Erwerber eine Hürde. „Die KIM-Verordnung wird weiterhin gelebt“, betont Roman Oberndorfer, Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich, im Hinblick auf die bereits ausgelaufene Verordnung, die strenge Kriterien für die Finanzierungen von Wohnprojekten vorgeschrieben hat. Oberndorfer spricht mehr als 40 Prozent Eigenmitteln, die zuweilen gebraucht würden, um einen Hausbau per Kredit stemmen zu können.
Kitzbühel
Marktkorrektur in Kitzbühel
Auffallend rückläufig sind die Verkäufe in Kitzbühel. Hier sind 2025 um 7,9 Prozent weniger Immobilien verkauft worden. „Gründe dafür sind vor allem Unsicherheiten bei den Freizeitwohnsitzen“, sagte Arno Wimmer, Bundesberufsgruppensprecher der Immobilienmakler in Tirol. Der Raum Kitzbühel sei traditionell ein teures Pflaster, die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Nutzung von Freizeitwohnsitzen habe zu diesem Rückgang geführt, vor allem deutsche Interessenten blieben aus. Es geht um die Kontrolle der Freizeitwohnsitz-Inhaber.
Grafik: Preise für Baugründe und Einfamilienhäuser
Baugründe & Häuser im Fokus
Die Zahl der Transaktionen bei Baugrundstücken ist österreichweit um etwa 3,66 Prozent zurückgegangen. Österreichweit ist Bauland ein rares Gut. In Tirol komme mit hinzu, dass „Bauland im Bundesland aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit besonders knapp und entsprechend kostspielig ist“, erklärte Wimmer. Das wirke sich weiterhin „dämpfend in diesem Segment“ aus.
Mario Zoidl, stellvertretender Fachverbandsobmann und Berufsgruppensprecher der Immobilienmakler Österreichs, ergänzt: „Bauland gibt es immer zu wenig: In den urbanen Bereichen ist sehr, sehr wenig zu finden. Der Trend beim Neubau geht in Richtung Ein- und Zweifamilienhäuser.“ Familien, die einen Baugrund für die Errichtung eines Hauses suchen, müssten Richtung Peripherie gehen, um Baugründe zu finden.
Bei den Preisen für Einfamilienhäuser muss man im Westen Österreichs tiefer in die Tasche greifen. Bei einem Vergleich der Landeshauptstädte sind Häuser in Bregenz am teuersten, mit etwa 2.860 Euro pro m² im Monat, gefolgt von Innsbruck, Salzburg und Wien Donaustadt (in Wien wurde der Wert des 22. Bezirks herangezogen, weil dort am meisten Immobilien gebaut und gekauft werden). Deutlich preiswerter wird man in St. Pölten und Eisenstadt Hausbesitzer.
Freie Marktmieten leicht gestiegen
Der Wettbewerb Wohnungssuchender um freie Mietwohnungen bleibt groß. „Wir könnten eine Vielzahl mehr an Mietwohnungen anbieten, als wir haben“, sagt Mario Zoidl in Bezug auf die Städte. Besonders hoch sind die freien Marktmieten in Salzburg und Bregenz mit über 13 Euro pro m² im Schnitt für neuwertige Wohnungen in normaler Lage. „In Innsbruck ist der Mietmarkt außerordentlich belastet“, beschreibt Arno Wimmer die Situation in der Tiroler Studentenstadt. Die Mieten ist Innsbruck liegen bei 15,62 Euro pro Quadratmeter im Monat, im Tirol-Schnitt sind es 11,39 Euro. Es gelte deshalb rasch Abhilfe mit Projekten mit studentischem Wohnen zu schaffen, appellierte Wimmer an die Politik. Neben den Mieten selbst verteuern die Betriebskosten die laufenden Kosten für Mietwohnungen.
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