Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Wohnungsmarkt: Warum Einpersonenhaushalte mehr Miete zahlen

Die Wohnkosten in Österreich sind seit 2015 um 35 Prozent gestiegen. Vor allem Frauen mit Kindern in Mietwohnungen sind zunehmend belastet.
Millennial Parents moving to a new home

Die hohe Inflation der vergangenen Jahre wirkte sich spürbar auf die Wohnkosten in Österreich aus. Zwischen 2015 und 2025 stiegen sie in Österreich um rund 35 Prozent – das zeigen aktuelle Erhebungen der Statistik Austria. Das Plus war bei den Mieten mit knapp 40 Prozent im Vergleich zum Eigentum am höchsten. Betrugen die Mieten inklusive Betriebskosten im Jahr 2015 rund sechs Euro pro Quadratmeter, lagen sie im Vorjahr bei durchschnittlich 10,2 Euro. Der Anteil am Haushaltseinkommen, der fürs Wohnen aufgewendet wird, blieb in diesem Zeitraum zwar stabil. Doch die zunehmende Belastung spüren vor allem Ein-Elternteil-Haushalte.

Belastung bis Überbelastung

Von einer Wohnkostenüberbelastung spricht man dann, wenn die Miete plus Betriebskosten mehr als 40 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens ausmacht. Ein-Elternteil-Haushalte geben im Durchschnitt knapp 30 Prozent des Haushaltseinkommens für die Wohnkosten aus – wobei es Unterschiede gibt: Die Wohnkostenbelastung bei alleinlebenden Frauen liegt bei rund 28 Prozent, bei den Männer sind es im Vergleich dazu 26 Prozent – ein Grund dafür ist die Wohnsituation: Mütter mit Kindern leben häufiger in Mietwohnungen als Väter mit Kindern.

Die Wohnkostenbelastung in Mehrpersonenhaushalte hingegen liegt lediglich bei rund 15 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommen. Von Zahlungsschwierigkeiten betroffen waren im Jahr 2022 rund 30,4 Prozent der Haushalte, seither liegt die Quote recht stabil unter 14,5 Prozent. Vor allem die laufenden Betriebskosten belasten viele Haushalte, sie werden vielfach als „zweite Miete“ empfunden. 

Im Durchschnitt beträgt der Betriebskosten-Anteil rund 27,5 Prozent der Wohnkosten. Die Daten der Statistik Austria zeigen, dass die Mieten inklusive Betriebskosten seit 2011 immer stärker gestiegen sind als die Inflation, ausgenommen von dieser Entwicklung waren Zeiten hoher Inflation wie in den Jahren 2021 bis 2023. Auch seit 2025 liegen die Mieten wieder etwas über der Inflation.

Sinkende Haushaltsgrößen

Die durchschnittliche Größe der Haushalte in Österreich sinkt, geht aus den Daten der Statistik Austria hervor – während der Anteil der Einpersonenhaushalte steigt. Auf die Haushaltsgröße kommt es auch an, ob man im Eigentum oder zur Miete wohnt. So leben Mehrfamilienhaushalte zu 70 Prozent im Eigentum. Einpersonenhaushalte hingegen wohnen zu 80 Prozent zur Miete – das betrifft vor allem jüngere Österreicher unter 30 Jahren. Je älter die alleinlebende Person ist, desto eher lebt sie im Eigentum.

Die Zahl der Baubewilligungen und der Fertigstellungen neuer Wohnungen sinkt. Die meisten neue Wohnungen pro Kopf der Bevölkerung werden in Vorarlberg errichtet, in Kärnten sind es im Vergleich dazu nur halb so viele. Über dem Österreich-Schnitt liegen außerdem Tirol und Wien.

Kommentare