Nach Signa-Pleite: Wiener Bauruinen bekommen neue Nutzung

Bauruinen aus dem Erbe der Signa-Gruppe von Rene Benko werden umgebaut und neu genutzt. Was mit dem Rohbau in Neubau und dem APA-Turm in Döbling passiert.
APA Turm in Döbling

Ob verfallen oder nie fertiggestellt: Das triste Dasein zweier Wiener Bauruinen aus dem Erbe der insolventen Signa-Gruppe hat schon bald ein Ende. Sie werden einer neuen Nutzung zugeführt.

Die Stadt Wien hat das Nachfolgeprojekt für das einstige Signa-Kaufhausprojekt „Lamarr“ in der Mariahilfer Straße in Wien bewilligt. Die Abrissarbeiten des Rohbaus sind fast beendet, in drei Wochen soll mit dem Neubau begonnen werden. Der Abriss war notwendig, weil die Raumhöhen des als Kaufhaus geplanten Gebäudes nicht zur nun geplanten Nutzung passen. Nur die Gebäudehülle könne daher weiterverwendet werden. Der Bauschutt – 30.000 Tonnen Beton und 1.800 Tonnen Stahl wurden von der Baustelle entfernt – soll recycelt werden. 
Eine Tochterfirma der Stumpf-Gruppe des Wiener Investors Georg Stumpf hatte das unfertige Kaufhaus im Herbst 2024 aus der Insolvenz der Signa-Gruppe von René Benko gekauft. Der neue Eigentümer plant nun ein Objekt mit Verkaufsflächen in den unteren drei Etagen des Neubaus und Wohnungen bis zum achten Stock. Das geplante Hotel im hinteren Gebäudeteil und die öffentlich zugängliche Dachterrasse sind weiterhin Teil des Nutzungskonzepts.

46-223951660

So soll der Nachfolgebau für das Projekt "Lamarr" in der Mariahilfer Straße aussehen.

Der Abriss bzw. Rückbau des Lamarr-Rohbaus war ohne Genehmigung möglich. Die Änderung des Nutzungskonzepts für die Bebauung der Liegenschaft ist möglich, weil die Widmung in der Lage auch Wohnnutzung zulässt – in Summe werden 200 Eigentumswohnungen errichtet.
Die öffentlich zugängliche Terrasse, die auch schon Teil des Signa-Projekts war, muss umgesetzt werden, da dort ein Nutzungsrecht vereinbart wurde, das vor allem dem Bezirk Neubau ein großes Anliegen ist. Mit der Fertigstellung des Projekts rechnet der Eigentümer im ersten Quartal 2028.

APA-Turm in Döbling

Das Gebiet um den früheren APA-Turm in Döbling wird zu einem neuen Stadtteil.

Neuer Stadtteil im 19. Bezirk 

Nach 21 Jahren im Dornröschenschlaf erwecken die Stadt Wien, der neue Grundstückseigentümer BUWOG und die Wiener Streetart-Organisation Calle Libre das Gebiet rund um den ehemaligen APA-Turm in der Gunoldstraße in Döbling mit einem Kunstwerk zum Leben. In den nächsten Jahren soll das 2,5 ha große Gebiet unter Einbeziehung der Bevölkerung zu einem lebendigen Stadtteil für Wohnen und Arbeiten entwickelt werden.

Das ehemalige APA-Hochhaus in der Gunoldstraße 14 war bis 2025 im Besitz der Signa, nun wird ein Gerüst auf der Westseite aufgebaut, um anschließend das größte Wandgemälde des Landes auf die Fassade zu malen. Das farbenfrohe Kunstwerk vom spanischen Urban Street Artist Okuda San Miguel auf dem 52 Meter hohen Turm soll mit seiner Buntheit für Vielfalt, Toleranz und Offenheit stehen.

Bis zur Fertigstellung des Gemäldes auf 1.100 Quadratmetern dauert es rund drei Wochen. Das Gelände ist ein Teil des Stadtentwicklungsgebietes Muthgasse. „In nicht allzu ferner Zukunft werden hier zahlreiche neue Wohnungen und Arbeitsplätze entstehen“, sagt Andreas Holler, Geschäftsführer der BUWOG.

Kommentare