ESC-Ansturm auf Wien: Diese neuen Hotels sind bereit für ihre Gäste

2025 verzeichnete Wien mehr als 20 Millionen Nächtigungen. Warum die Stadt weitere Betten braucht und welche neuen Hotels schon bereit für ihre Gäste sind.
„The Companion Vienna“

In vier Wochen steigt das Finale des Eurovision Song Contests in Wien. Tausende Fans werden die Bundeshauptstadt besuchen, um live bei den Shows in der Stadthalle oder den Public Viewing Plätzen dabei zu sein. Der Mai ist traditionell immer ein sehr guter Monat für den Wiener Tourismus, in der ESC-Woche vom 10. bis 16. Mai werden zusätzlich eine halbe Million Gäste erwartet. Gerade rechtzeitig öffnen vier neue Hotels in Wien ihre Pforten.

Seit März begrüßt „The Companion Vienna“ in der Mariahilfer Straße 127a – direkt neben dem Westbahnhof – seine Gäste. Hinter dem Projekt stehen vier Gründer und Freunde – Kai Hollmann, Florian Kollenz, Christian Lainer und Michael Todt, zu deren Portfolio u. a. auch die „Superbude Wien“ oder „NENI am Prater“ gehören. Mit 138 Zimmern, dem mediterranen Restaurant Boca und der Bar Calypso soll sich ihr jüngstes Projekt nicht als klassisches Stadthotel, sondern als Ort für Begegnung und gelebte Nachbarschaft positionieren. 

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Im „The Companion Vienna“ trifft historische Substanz auf zeitgenössische Kunst. 

Für das Interior-Design zeichnet das Berliner Innenarchitekturbüro weStudio unter der Leitung von Piotr Wiśniewski verantwortlich. Lobby und Bar wurden als Nachbarschaftssalons gedacht. Neben Terrazzo-Böden, maßgefertigten Leuchten und zeitgenössischer Kunst verbindet ein prägendes Element das gesamte Haus: Eine horizontale schwarze Wandleiste, inspiriert von traditionellem Wiener Design, zieht sich durch alle Räume.

Einzelzimmer

Eine horizontale schwarze Wandleiste zieht sich durch das ganze Haus.

Rekord für Wiener Hotellerie 

Wien ist Top-Anziehungspunkt für Gäste. Laufend werden neue Rekorde bei den Nächtigungszahlen verzeichnet. Im Jahr 2025 registrierte die Stadt rund 8,6 Millionen Gäste, die insgesamt mehr als 20 Millionen Nächtigungen generierten. Dem gegenüber standen rund 450 Beherbergungsbetriebe mit etwa 42.400 Hotelzimmern. „Die Nachfrage wächst deutlich schneller als das Angebot: Seit 2015 ist die Zahl der verfügbaren Hotelzimmer um rund 27 Prozent gestiegen, während die Nächtigungen im selben Zeitraum um etwa 40 Prozent zulegten“, so Emanuel Bugl, Head of Investment bei CBRE. „Die Marktstruktur des Wiener Hotelmarkts bildet eine solide Basis für weiteres Wachstum. Vier- und Fünf-Sterne-Hotels stellen rund die Hälfte aller Betriebe, bei den Zimmern sogar etwa 60 Prozent des Angebots. Ein ähnliches Bild zeigt sich auf der Nachfrageseite, ebenfalls rund 60 Prozent der Hotelnächtigungen entfallen auf das höherwertige Segment. Das heißt, die Verteilung des Angebots ist grundsätzlich effizient und marktgerecht aufgestellt, es gilt in Zukunft der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden.“ 

 Emanuel Bugl

 Emanuel Bugl, Head of Investment bei CBRE

Der Experte ergänzt: „Während zentrale Lagen wie die Innenstadt sowie der Bereich rund um den Hauptbahnhof bereits eine hohe Marktsättigung aufweisen und zunehmend an ihre kapazitiven Grenzen stoßen, bestehen in außerhalbliegenden Teilmärkten weiterhin Ausbaupotenziale.“

Bar im „Miiro SpittelBerg“

Treffpunkt für Wiener und Gäste: Bar im „Miiro SpittelBerg“, das Deckenkunstwerk stammt vom Wiener Künstler Florian Metzler. 

Kunst-Hotel am Spittelberg 

Ebenfalls bereits eröffnet hat das „Miiro SpittelBerg“ in der Kirchberggasse 6 im siebenten Bezirk. Das Haus verfügt über 132 Zimmer und Suiten. Es ist in Wien das zweite Haus der Londoner Hotelgruppe Miiro und setzt auf eine offene Erdgeschoßzone, die Hotel, Gastronomie und Nachbarschaft miteinander verbinden will. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Kunst. In den öffentlichen Bereichen sowie den Zimmern sind Originale u. a. von Christian Ludwig Attersee, Kurt Moldovan und Josef Mikl installiert. 
Das architektonische Konzept entstand in Zusammenarbeit mit dem Wiener Architekten Gabriel Kacerovsky von Archisphere. Die Innenarchitektur setzt auf eine ruhige, präzise Materialpalette mit Stein, geölter Eiche, Kalkputz, Wolle und Samt. Ein spannendes Detail: Wenn man bei längeren Aufenthalten an einem Tag auf das Housekeeping verzichtet, wird man vom Hotel auf einen Drink in der Bar eingeladen.

Zimmer im „Miiro SpittelBerg“

In den Zimmern treffen kühle Weißtöne auf kräftige Farbakzente.

Wie begehrt der Wiener Hotelinvestmentmarkt ist, zeigen die Zahlen für 2025: Mit einem österreichweiten Transaktionsvolumen von rund 550 Mio. Euro wurde ein Anstieg von 57 Prozent gegenüber 2024 verzeichnet, rund 425 Mio. Euro wurden alleine in Wien investiert. Wer kauft, weiß Emanuel Bugl: „Während kleinere Transaktionen häufig von privaten Investoren aus Österreich getragen werden, stammt das Kapital für größere Deals zunehmend aus dem Ausland, insbesondere aus Deutschland, Spanien, Luxemburg, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Vereinigten Königreich.“ 
Dass der Hotelstandort Wien weiter gefragt ist, bestätigt der Experte: „Internationale Betreiber aus den USA zeigen insbesondere im Luxussegment ein hohes Interesse am Wiener Hotelmarkt. Auch aus dem asiatischen Raum, vor allem aus Singapur und Indien, nimmt das Interesse an Wien als strategischem Standort in Zentraleuropa deutlich zu.“

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Das Interior-Konzept für das „Hotel Schani City“ stammt von AllesWirdGut und arbeitet mit den Farben der Wüste.  

Mit dem „Hotel Schani City“ in der Großen Schiffgasse 10 hat dieses Wochenende die Wiener Hotelgruppe ihr fünftes Haus eröffnet. Die Innenarchitektur für die neue Destination in der Leopoldstadt stammt vom Büro AllesWirdGut und folgt einem klaren, zurückhaltenden Stil. Natürliche Materialien wie Stein, Holz, Baumwolle und Leinen bestimmen die Ästhetik. Kakteen und Palmen bringen das Erzählerische ins Spiel – sie spiegeln den Bezug zur Wüstenlandschaft wider, der das Interiorkonzept durchzieht.

Zimmer im „Hotel Schani City“

Das „Hotel Schani City“ im 2. Bezirk bietet 126 Zimmer.

Schlafen im Palais 

Am 11. Mai eröffnet in der Währinger Straße 28 das „Hotel Palais Chotek“ mit 164 Zimmern und Suiten – in einer Immobilie, die auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. 1871 vom Architekten Lothar Abel erbaut, war es 30 Jahre lang Familiensitz von Otto Graf Chotek. 1906 wurde es vom Möbeltischler Friedrich Otto Schmidt – Lieferant des kaiserlichen Hofs – übernommen. In Zusammenarbeit mit Kunstschaffenden der Wiener Werkstätte entwickelte sich das Palais zu einem Treffpunkt der Wiener Kunstszene.

2016 erwarb EST Hotels & Residences das Gebäude mit dem Ziel, dessen kulturelle Bedeutung in die Gegenwart zu übersetzen.

Hotelhalle mit Marmorboden

Am 11. Mai eröffnet das „Hotel Palais Chotek“ in der Währinger Straße 28. 

Sechs Jahre lang wurde es renoviert. „Das Palais war für uns alle von Anfang an ein Herzensprojekt. Die Authentizität dieses Gebäudes zu erhalten und es gleichzeitig an moderne Standards anzupassen, war oberste Priorität“, so Geschäftsführer Lukas Koller.

Tagesbar Sophie

Tagesbar „Sophie“ mit historischer Holzdecke und vielen Messing- und Marmorelementen.

Sandfarbene Wände, grüne Akzente, historische Holzdecken und Messing- sowie Marmordetails prägen das Interieur. Die begrünten Innenhöfe bilden eine unerwartete idyllische Oase mitten im 9. Bezirk.

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