Immobilienmarkt: Die neue Logik hinter dem Neubau-Kauf
Vier Wohngebäude sind gerade in Bau, Kräne ragen in den Himmel
Der Neubaumarkt befindet sich in Österreich in einer Phase der Neuorientierung. Nach einer Zeit der großen Zurückhaltung sorgen stabilere Zinsen, aktivere Kreditvergaben der Banken und ein geändertes Verhalten der Käufer für mehr Entspannung. Gefragt sind wirtschaftlich sinnvolle, langfristig werthaltige Immobilien mit niedrigen laufenden Kosten und hoher Energieeffizienz. „Der Preis allein ist nicht mehr das entscheidende Kaufargument.
Interessent wollen zunehmend in zukunftssichere Immobilien investieren – planbare Betriebskosten, Energieverbrauch, Werthaltigkeit und Wohnqualität gewinnen an Bedeutung“, sagt Nino Lutz, Prokurist bei sReal. „Wenn Neubauten das bieten, können sie trotz eines höheren Kaufpreises gegenüber Bestandsobjekten punkten.“
Verteuert wird der Neubau nach wie vor durch höhere Baukosten, aber auch neue Baustandards bzw. ESG-Anforderungen. Auf den ersten Blick erscheinen Bestandsobjekte häufig günstiger. Besonders gefragt sind kompakte und effizient geschnittene Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen, Freiflächen wie Balkon oder Garten gehören zum Standard. Zudem steigen die Ansprüche an technische Ausstattung und Energieeffizienz.
Auf Angebotsseite bleibt die Situation weiterhin leicht angespannt
Die Anzahl der geplanten Projekte ist rückläufig und Baustarts wurden teilweise verschoben. Viele Projekte werden erst umgesetzt, wenn ausreichend konkretes Kaufinteresse besteht. Der daraus entstehende Verzögerungseffekt dürfte sich in den kommenden Jahren zunehmend bemerkbar machen. „Das Angebot wächst aktuell nicht rasch genug mit der Nachfrage mit“, so Lutz.
„Für Projektentwickler ergibt sich dadurch aber auch ein wichtiges Zeitfenster: Gut positionierte Projekte verfügen genau jetzt über überdurchschnittliche Marktchancen.“ Und: „Hochwertige Immobilien haben ihren Preis – und die Bereitschaft vieler Käufer steigt, bewusst in Qualität, Nachhaltigkeit und langfristigen Werterhalt zu investieren“, so Roland Pichler, Geschäftsführer von Die Wohnkompanie.
Auch der Markt für Vorsorgewohnungen zieht an, weil die Ertragsperspektiven (Mieten und Renditen) sich verbessert haben und die Risiken gesunken sind. Nachdem 2025 bereits 800 Vorsorgewohnungen platziert wurden, prognostiziert EHL Immobilien für 2026 rund 1.000 Transaktionen im Segment Vorsorgeobjekte. „Die Ertragssituation hat sich fundamental verbessert, zumal sich die durchschnittlichen Renditen auf dem höchsten Niveau der vergangenen zehn Jahre befinden“, so Karina Schunker, Geschäftsführerin EHL Wohnen. „Auch die Ertragssicherheit ist gestiegen. Leerstände sind kaum vorhanden, Wiedervermietungen erfolgen oft nahtlos. Bemerkenswert ist, dass bei Nachvermietungen in der Regel höhere Mieten erzielt werden können.“
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