Hauskauf: Warum das Burgenland alle anderen abhängt
Die günstigsten Immobilienpreise in einer Landeshauptstadt bezahlt man derzeit in Eisenstadt. Eine Immobilie kostet hier durchschnittlich 2.447 Euro pro Quadratmeter. Dank dieser vergleichsweise günstigen Preise weist das Burgenland österreichweit die höchste Leistbarkeit beim Erwerb eines Eigenheims auf. Wer im Jahr 2025 ein Einfamilienhaus kreditfinanziert erwerben wollte, musste rund ein Viertel des monatlichen Haushaltseinkommens für Zinsen und Tilgung aufbringen. In Vorarlberg lag dieser Wert bei 68 Prozent, in Salzburg sogar bei rund 72 Prozent.
Zudem wirken große Baulandreserven preisdämpfend. Laut ÖROK (Österreichische Raumordnungskonferenz) sind rund 30 Prozent der bebaubaren Flächen im Burgenland bereits gewidmet, werden derzeit jedoch noch nicht bebaut. Zum Vergleich: In Salzburg beträgt dieser Anteil lediglich rund 13 Prozent, in Wien sogar nur etwa sieben Prozent.
Das Burgenland weist österreichweit die höchste Leistbarkeit beim Erwerb eines Eigenheims auf.
Gesucht: gute Verbindung nach Wien
Die Nachfrage nach Wohnimmobilien im Burgenland ist laut den Experten von Raiffeisen Immobilien stabil. Gefragt sind vor allem Regionen mit guter Anbindung an den Wiener Zentralraum, wie Eisenstadt, Eisenstadt Umgebung oder das Nordburgenland. Besonders gesucht werden leistbare Einfamilienhäuser sowie Drei-Zimmer-Wohnungen.„Für viele Kaufinteressenten ist derzeit vor allem der Preis ausschlaggebend. Die Bereitschaft, für eine ehemals hochwertige Ausstattung gebrauchter Immobilien einen Aufpreis zu zahlen, ist deutlich gesunken“, so Martina Schiller-Jankoschek, Teamleitung Burgenland.
Generell bemerkt man bei Raiffeisen Immobilien einen Trend zur „Sorglos-Immobilie“: Objekte mit kleineren Gärten und überschaubarer Wohnfläche werden immer beliebter, da ihre Erhaltung weniger Zeit und Geld kostet.
Martina Schiller-Jankoschek, Teamleitung Burgenland bei Raiffeisen Immobilien.
Lieber Haus als Wohnung
Bei Raiffeisen Research beobachtet man seit dem Ende der Hochzinsphase 2022 österreichweit einen Trend zur Eigentumswohnung. Der Grund: Kleinere Wohnungen sind günstiger und für viele Haushalte leichter finanzierbar als Einfamilienhäuser. Anders dagegen der Trend im Burgenland, hier bleibt das Eigenheim die dominierende Wohnform. Rund 65 Prozent der Haushalte wohnen im selbst genutzten Einfamilienhaus. Das ist der höchste Wert aller Bundesländer.
Eigentumswohnungen spielen dagegen im Burgenland eine geringere Rolle. Nur vier Prozent aller Haushalte, die in Wohnungen leben, besitzen diese auch.
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