Ein Baum zieht um: Schritt-für-Schritt-Anleitung des Experten

Manchmal zeigt sich erst nach Jahren, dass ein Obstbaum nicht ideal platziert ist. Wie das Umsetzen gelingt.
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Ein Apfelbaum wächst langsam – und doch schneller, als man denkt. Was vor einigen Jahren beim Pflanzen noch großzügig geplant wirkte, entpuppt sich später manchmal als zu knapp bemessen: Der Baum steht plötzlich zu nah an der Grundstücksgrenze, an einer Mauer oder mitten dort, wo eigentlich Platz für Terrasse oder Beet wäre. Muss er deshalb ganz weg? Nicht unbedingt.

„Die beste Zeit zum Umsetzen ist Frühjahr oder Spätherbst – dann kann der Baum langsam anwurzeln und hat nicht so viel Stress“, erklärt Gärtnermeister Daniel Kotzian aus Bruck/Leitha. „Viel länger als vier Jahre sollte der Baum aber nicht schon eingewachsen sein, damit er das Umsetzen gut übersteht.“

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Gärtnermeister Daniel Kotzian

 

Bevor der Spaten zum Einsatz kommt, wird die Krone zurückgeschnitten. Der Grund liegt im Gleichgewicht des Baumes: Wird ein Teil der Wurzeln entfernt, muss auch die Krone entsprechend reduziert werden. „In der Regel nehme ich etwa ein Drittel der Wassertriebe heraus“, so der Experte. Eine alte Gärtnerregel bringt das augenzwinkernd auf den Punkt: „Die Krone muss so weit ausgeschnitten werden, dass ein Hut durchgeworfen werden kann.“

Die „Kugel“ ist entscheidend

Erst danach beginnt die eigentliche Arbeit im Boden. Rund um den Stamm wird der Baum vorsichtig freigegraben – nicht einfach gerade nach unten, sondern von außen nach innen. „Man formt um den Wurzelbereich eine Kugel. Das Ziel ist ein kompakter Ballen, der beim Umsetzen nicht zerfällt“, sagt Kotzian. Besonders wichtig sind dabei die feinen Haarwurzeln. Sie versorgen den Baum später mit Wasser und Nährstoffen. Die stärkeren Wurzeln wiederum geben dem Baum Halt im Boden und sorgen für konstante Stabilität.

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Der Apfelbaum wird vorsichtig in das vorbereitete Loch gesetzt, ausgerichtet und gedüngt.

Je nach Größe des Baumes hat der Ballen einen Durchmesser von 50 bis 80 Zentimetern. Behutsam wird er zur neuen Stelle transportiert, eingesetzt und das Loch mit einer Mischung aus alter und frischer Erde aufgefüllt. Wichtiges Detail: „Der Ballen und der Stamm werden nur bis knapp unter die Veredlungsstelle zugeschüttet. Diese muss oberhalb der Erdschicht bleiben, sonst geht mit der Zeit der ganze Obstbaum ein.“

Zum Schluss bekommt der Baum noch eine Stütze. Ein Holzpfahl stabilisiert ihn, bis sich die Wurzeln am neuen Standort verankert haben. Rund um den Stamm wird ein Gießrand geformt, damit das Wasser beim Gießen nicht davonläuft. Und davon braucht der Baum jetzt reichlich. „Im ersten Jahr nach dem Umsetzen wächst der Baum nicht so viel wie im Jahr davor. Er muss sich an seinem neuen Platz erst wieder gut verzweigen“, erklärt Kotzian. Geduld zahlt sich aus – mit etwas Pflege trägt der Apfelbaum bald wieder Früchte. - Susanna Pikhart

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Topaz-Äpfel sind robust und köstlich.

Sorten & Pflege für üppige Ernte 

Für heimische Hausgärten eignen sich robuste und schorfresistente Sorten wie Topaz, Elstar, Gala oder Boskop. Wichtig ist auch ein passender „Befruchter“: Viele Apfelsorten brauchen eine zweite Sorte in der Nähe, damit sich ausreichend Früchte bilden. Der Standort sollte sonnig und luftig sein, denn Licht ist entscheidend für Aroma und Fruchtqualität. Der Boden darf locker und nährstoffreich sein, Staunässe vertragen Apfelbäume hingegen schlecht. Ein regelmäßiger Schnitt hält die Krone locker und sorgt dafür, dass Licht und Luft ins Innere gelangen. Im Frühjahr freut sich der Apfelbaum über etwas organischen Dünger oder reifen Kompost – stärkt Wachstum, Blüte, Fruchtansatz. Wer im Frühsommer kleine Früchte ausdünnt, verbessert Größe und Qualität der verbleibenden Äpfel. In trockenen Perioden hilft zusätzliches Gießen.  

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