Hallenbad Großfeldsiedlung im Rennen um Architekturpreis 2026
Trainingsschwimmhalle bei der Großfeldsiedlung in Wien Floridsdorf.
Zusammenfassung
- Das Hallenbad Großfeldsiedlung in Wien steht als einziges österreichisches Projekt auf der Shortlist des Mies van der Rohe Architekturpreises 2026.
- Der Preis zeichnet alle zwei Jahre herausragende europäische Architektur aus und ist mit insgesamt 80.000 Euro dotiert.
- Zu den weiteren Finalisten zählen ein Stadion in Finnland, eine Multifunktionshalle in Tschechien, ein Holzbau in Norwegen, ein Park in Warschau und ein Sozialwohnbau in Frankreich.
Die europäische Kommission und die Stiftung Mies van der Rohe mit Sitz in Barcelona haben die 40 Finalisten für den diesjährigen Architekturpreis ausgewählt. Der Mies van der Rohe Award, der wichtigste europäische Architekturpreis, wird alle zwei Jahre an herausragende zeitgenössische Architekturprojekte aus Europa vergeben. Er ist mit 60.000 Euro für den Hauptpreis und 20.000 Euro für den Nachwuchspreis dotiert. Aus insgesamt 410 nominierten Einreichungen hat es nur ein Bruchteil auf die von einer Jury ausgewählten Shortlist geschafft – darunter auch ein Projekt aus Österreich.
Es handelt sich um das Hallenbad der Großfeldsiedlung in Wien-Floridsdorf, es verfügt seit 2024 über eine zweite Schwimmhalle. Die neue Halle, geplant von Illiz Architektur, bietet ein 25 mal 12,5 Meter breites Sportbecken, Umkleiden und Sanitärräume. Das Holztragwerk wurde aus Brettschichtholzstützen, weitspannenden Brettschichtholzträgern und einem Dach aus Brettsperrholz errichtet. Das Gebäude ist barrierefrei und wurde an das Bestandsgebäude über zwei Verbindungsbrücken angebunden. Die bestehende Halle wurde zugleich erneuert – dadurch ist ein lichtdurchflutetes Ensemble entstanden: das geometrisch abgestimmte Fliesenmuster in Weiß und Hellgrau erzeugt in Kombination mit hellen Holzoberflächen eine angenehme Atmosphäre.
Schwimmhalle von außen.
Wer ringt noch um den Sieg?
Unter den Bauwerken, die noch im Rennen sind, ist unter anderem ein Stadion im finnischen Tampere, geplant vom Architekten Timo Penttilä und fertiggestellt im Jahr 1966. Es ist bekannt für die kühne Betonkonstruktion. Ebenfalls unter den Anwärtern auf die begehrte Auszeichnung ist eine Multifunktionshalle in Tschechien. Das 1895 eröffnete Kaiserbad in Karlsbad (Karlovy Vary) wurde von den bekannten österreichischen Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer entworfen. Nach vier Jahren Umbauzeit erhielt es 2023 ein neues Gesicht durch das Architektentrio Petr Hájek, Nikoleta Slováková und Martin Stoss vom Studio Petr Hájek Architekten. Der Konzertsaal fasziniert durch seine freistehende, rote Bühnenkonstellation aus Metall, bestehend aus neun beweglichen und verstellbaren Podesten.
öffentlicher Park in Warschau, der am Hügel des Aufstands entstanden ist.
In Norden Norwegens wurde 2024 ein Holzbau in Betrieb genommen, der die neue gemeinsame Einrichtung des samischen Nationaltheaters Beaivváš, des Sami-Gymnasiums und einer Rentierzuchtschule ist. Das Bauwerk wurde von dem bekannten Architekturbüro Snøhetta, 70°N Architekten und dem Künstler Joar Nango geplant. Besonders an dem Projekt sind die tragende Holzkonstruktion und die sanft geschwungenen Linien.
Multifunktionshalle im tschechischen Karlsbad mit freistehender Bühnenkonstellation.
Ein öffentlicher Raum, der mit der Geschichte der Stadt verknüpft ist, ist der Park am Warschauer Hügel des Aufstands von toposcape und Archigrest. Trümmer aus dem Zweiten Weltkrieg wurden in Beton verwandelt, um die neuen Strukturen des öffentlichen Parks zu schaffen.
Der Sozialwohnbau „56“ aus Ziegel und Holz im französischen Arparjon von Jean und Aline Harari Architekten kombiniert verschiedene Wohntypen: Maisonettewohnungen, Patiohäuser und Wohnungen, die um einen zentralen Garten angeordnet sind. Das Projekt ist ein Beispiel dafür, wie geförderte Wohnprojekte eine hohe Lebensqualität schaffen können.
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