An Egyptian walks among the burned remains of the Rabaah al-Adawiya mosque, in the center of the largest protest camp of supporters of ousted President Mohammed Morsi, that was cleared by security forces, in the district of Nasr City, Cairo, Egypt, Thursday, Aug. 15, 2013. The death toll keeps going up in Egypt after security forces swept through two sit-in sites yesterday, operated by supporters of Morsi. An Egyptian Health Ministry spokesman now says over 400 people died in the violence that has prompted international criticism. (AP Photo/Ahmed Gomaa)

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Außenhandel
08/15/2013

Heimische Firmen sollen in Ägypten "dran bleiben"

Die Außenhandelsstelle bleibt besetzt und für Unternehmen erreichbar. Insgesamt sind wenige heimische Manager am Nil.

Devise: dran bleiben! Das sagt der österreichische Handelsdelegierte in Ägypten, Kurt Altmann, am Donnerstag im APA-Gespräch mit Blick auf heimische Unternehmen und die angespannte Situation im Land am Nil. Vor nicht unbedingt notwendigen Handelsreisen rät er derzeit aber ab. Vor der Revolution waren noch 700 heimische Unternehmen mit Geschäftskontakten nach Ägypten ausgestattet, aktuell seien es noch 550 bis 600, so der Handelsdelegierte. Beispielsweise hat sich die OMV im vergangenen Jahr aus dem Land mit 90 Millionen Einwohnern zurückgezogen, aktuell stoppten Electrolux und GM ihre Produktion an Ort und Stelle.

"Wenn die Reise nicht unbedingt notwendig ist, empfehlen wir in dieser Situation die Geschäftsreise eher zu verschieben"

Bei dringenden Besuchen für Projekten stimme man sich weiter mit den Firmen ab. "Wenn die Reise nicht unbedingt notwendig ist, empfehlen wir in dieser Situation die Geschäftsreise eher zu verschieben", erklärt Altmann. Das Außenhandelscenter bleibe aber für Informationen für Unternehmer weiter geöffnet, "auch wenn die Stadt samt Brücken gesperrt ist", so der Handelsdelegierte, "und die Situation das Wirtschaftsleben nicht erleichtert, das ist klar." Die wirtschaftlich schwierige Phase würde aber "sicher eine Zeit lang bleiben".

Zucker

Ein großer heimischer Zuckerproduzent (Agrana, Anm.) hält in Ägypten die Stellung, so Altmann. "Die arbeiten weiter, weil der Bedarf an Zucker in Ägypten enorm ist", sagt der Fachmann. In erster Linie seien für österreichische Firmen in Ägypten auch einheimische Manager tätig. "Hier gibt es sehr wenige 'echt österreichische' Manager im eigentlichen Sinn." Beispielsweise seien das zwei Hotelmanager. Mit den Österreichern stehe man jedenfalls in Kontakt.

"Ich bin selbst schon seit 20 Jahren in der Region, seit fünf Jahren in Ägypten. Ich habe hier schon einiges erlebt - aber im ersten Halbjahr gab es praktisch täglich drei Mal einen Stromausfall; das war vorher noch nie der Fall", erzählt Altmann. Vor der Revolution habe das Außenhandelscenter Lebensmittel und Luxusartikel aus Österreich gefördert - "das ist derzeit kein Thema".

Fokus liegt auf Energie, Infrastruktur und Wasser

In der neuen Situation habe man sich auf Energie, Transport/Infrastruktur und Wasser fokussiert. 2012 gingen um 193 Mio. Euro Exporte nach Ägypten, heuer im ersten Quartal gab es Ausfuhren von 41 Mio. Euro, was noch einem Plus von 1,8 Prozent entsprach, so Altmann. Die neueren Zahlen dürften aber nicht mehr so gut ausschauen.

Etwa abgeblasen worden sei, wegen der jetzt dramatischen Situation, eine Fortsetzung einer Marktmission, die für Mitte Dezember vorgesehen gewesen sei. Bei einer weiteren "größeren Marktsondierungsreise", die Altmann aktuell ausschreiben wollte, "gibt es nun die Überlegung, ob wir wirklich ausschreiben", erklärt Altmann Auswirkungen auf heimische Unternehmen in der aktuellen Krisensituation mit Hunderten Toten durch Ausschreitungen in Ägypten im APA-Gespräch.

"Riesiges Potenzial"

Weiter Aufträge für österreichische Firmen einheimsen will Altmann auf Katalogausstellungen, wo Firmen ihre Präsentationen an sein Büro schicken und das Büro diese eben bei Messen präsentiert. "Die Messen beginnen wieder im Herbst und sind noch ausgeschrieben", so Altmann. Ob diese dann auch stattfinden würden, müsse die Zukunft zeigen. Aber wie geschrieben: Es hieße auch "dran bleiben". Denn, so Altmann, das Potenzial Ägyptens sei ein riesiges, wenn wieder normale Zustände eintreten. "Wenn nur zehn Prozent der 90 Mio. Einwohner einen Bedarf und Kaufkraft aufbauen ....", dann übersteige dieser jenen in Österreich.

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