Wirtschaft
03.07.2018

Handelsstreit USA vs. China und EU belastet die Börsen

Am Freitag treten die Strafzölle auf chinesische Waren im Volumen von 34 Mrd. Dollar in Kraft. Die Finanzmärkte sind nervös.

Die Ungewissheit über die Zukunft der Welthandelsbeziehungen belastet die Finanzmärkte. An den Börsen in Asien zog der Handelskonflikt mit den USA die Börsen in die Tiefe. Der Grund: Am Freitag treten US-Strafzölle auf chinesische Waren im Volumen von 34 Milliarden Dollar in Kraft.

Somit ging es vor allem für China am Dienstag bergab. Der Aktienindex CSI300 verlor rund ein halbes Prozent, nachdem er im Handelsverlauf zeitweise sogar auf den tiefsten Stand seit 14 Monaten gefallen war. Der Leitindex in Hongkong rutschte um rund zwei Prozent nach unten. In Japan schloss der 225 Werte umfassende Leitindex Nikkei 0,1 Prozent tiefer.

„Noch ist nicht ganz klar, welchen Schaden der Handelsstreit in der Weltwirtschaft anrichten wird. Aber sicher ist schon jetzt, dass er die chinesischen Firmen hart treffen wird“, sagte Analyst Ayako Sera von der Sumitomo Mitsui Trust Bank. Die chinesischen Staatsmedien riefen angesichts dessen zur Ruhe auf. Die Talfahrt an den Börsen sei eine „irrationale Überreaktion“. Die höheren Zölle der USA seien lange erwartet worden und die Firmen in China seien darauf vorbereitet.

Auch die chinesische Währung Yuan leidet unter der Sorge vor einem Abflauen der Konjunktur in der Volksrepublik. Der Dollar verteuerte sich auf 6,7204 Yuan und kostete so viel wie seit einem Jahr nicht mehr. Seit Mitte Juni hat die Währung - auch als Renminbi bekannt - rund vier Prozent abgewertet.

US-Handelskammer ist besorgt

Unterdessen steigt die US-Wirtschaft gegen die Zollpolitik ihres Präsidenten auf die Barrikaden. Die einflussreiche Handelskammer warnte vor den Gefahren für Unternehmen und Arbeitsplätze in den USA. Die Zölle seien „schlicht Steuern, die die Preise für alle erhöhen“, warnte der Präsident der Handelskammer, Thomas Donahue.

Nach Angaben der Handelskammer haben die wichtigsten Handelspartner der USA bis jetzt mit Gegenzöllen auf US-Exporte im Wert von 75 Mrd. Dollar (64 Mrd. Euro) auf Trumps Vorgehen reagiert. Die Kammer verwies dabei auch explizit auf Exporte aus US-Bundesstaaten mit Trump-Anhängern, darunter Michigan, Pennsylvania und Wisconsin.

Eine am Montag vom US-Institut für Beschaffungsmanagement veröffentlichte Studie zeigt zudem, dass US-Hersteller „in überwältigender Weise“ besorgt über Trumps Handelspolitik seien. Die Regierung wischt die Bedenken vom Tisch: Handelsminister Wilbur Ross sagte, die zunehmenden Handelsbarrieren hätten sich nicht negativ auf die US-Wirtschaft ausgewirkt. Überdies sei die Wirtschaft robust genug, einen Rückschlag zu verkraften.