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© APA/AFP/INA FASSBENDER / INA FASSBENDER

Wirtschaft

Handels-KV: Verhandlungen wurden erneut abgebrochen

Die Vorstellungen liegen weit auseinander. Jetzt soll es sogar Warnstreiks geben.

11/22/2022, 09:20 PM

Die Verhandlungen um einen neuen Kollektivvertrag fĂŒr den Einzel-, Groß- und Kfz-Handel gingen am Dienstag in die mit Spannung erwartete vierte Runde. Und erneut gab es keine Einigung. Gegen 22 Uhr wurden die GesprĂ€che abgebrochen. Zu weit liegen die Vorstellungen noch auseinander. Jetzt hat die Gewerkschaft erneut Betriebsversammlungen angekĂŒndigt. Aber es soll auch eine weitere Verhandlungsrunde geben.

"Handelsangestellte sind kein SchnÀppchen"

Dabei war der Druck auf die Arbeitgebervertreter zuletzt durch die Demonstrationen in Wien und Salzburg gestiegen. „Handelsangestellte sind kein SchnĂ€ppchen“, wies die Gewerkschaft im Vorfeld der Verhandlungsrunde das Vier-Prozent-Angebot der Arbeitgeber zurĂŒck. Das wĂ€re ein großer Kaufkraftverlust fĂŒr alle BeschĂ€ftigten, sagte Gewerkschafterin Barbara Teiber. Die Gewerkschaft habe bei der Lohnforderung etwas nachgegeben und verlange nun 8,5 Prozent plus einen Mindestbetrag, sodass niedrige Einkommen eine zweistellige Erhöhung bekommen. Im Schnitt wĂŒrde das Gehaltsplus 9,37 Prozent betragen, so Chefverhandlerin Helga Fichtinger. 

Schon bei den Betriebsversammlungen vergangene Woche sei die Stimmung sehr aufgeheizt gewesen, berichtet Teiber. Angesichts der Rekordteuerung mĂŒsse eine ordentliche Gehaltserhöhung fĂŒr die ĂŒber 400.000 HandelsbeschĂ€ftigten herausschauen. Von der höheren Kaufkraft wĂŒrden die HĂ€ndler auch profitieren.

Die Gewerkschaft lehnt Einmalzahlungen ab

Die Arbeitgeber bieten derzeit einen Lohn- und Gehaltsanstieg von vier Prozent plus eine Einmalzahlung. Damit wĂŒrde bei einem Mindestlohn von 1.900 Euro brutto eine steuerfreie PrĂ€mie von 756 Euro anfallen, was in dieser untersten Lohngruppe plus 10,56 Prozent bedeute, hatte Handelsobmann Rainer Trefelik zuletzt argumentiert. Die Gewerkschaft lehnt Einmalzahlungen aber ab.

Bei den Verhandlungen am Dienstag soll ein offener Einkaufssonntag im Advent, wie ihn zuletzt Einkaufszentrumsbetreiber Richard Lugner gefordert hat, allerdings kein Thema gewesen sein, wie aus der Gewerkschaft zu hören war. Auch sonst seien anderen Themen, wie die Zuschlagsregelungen im Handel, in den Hintergrund gerĂŒckt. „Angesichts der Inflation geht es nur ums Geld“, sagte Teiber.

Die Gewerkschaft hat einen neuerlichen Verhandlungstermin fĂŒr den 29. November vorgeschlagen, sollte es nicht dazu kommen, stehen Streiks am 2. und 3. Dezember im Raum.

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