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Wirtschaft
05/21/2020

Grenzöffnung - Slowenien sieht großes Interesse unter Österreichern

Slowenischer Regierungssprecher: Österreichische Bürger wollen schon über Pfingsten nach Slowenien

An einer Grenzöffnung zwischen Slowenien und Österreich besteht laut dem slowenischen Regierungssprecher Jelko Kacin auch unter österreichischen Staatsbürgern großes Interesse. Viele möchten schon über Pfingsten nach Slowenien kommen, so Kacin. Es gebe vermehrt Anfragen bei Tourismusanbietern sowie der slowenischen Botschaft in Österreich, berichtete er am Donnerstag bei einer Pressekonferenz

"Österreich verpflichtet seine Bürger nach wie vor zur Quarantäne bei der Rückkehr aus Slowenien. Das erschwert ihnen die Entscheidung für einen Kurzurlaub über Pfingsten sehr", sagte Kacin mit Blick auf nach wie vor geltende österreichische Einreisebeschränkungen. "Es geht hier nicht um die Frage der Beziehung Sloweniens zu österreichischen Staatsbürgern. Bei uns sind sie willkommen", fügte er hinzu.

Der Druck österreichischer Bürger auf deren Behörden sei groß und werde von Tag zu Tag größer, so Kacin. "Wann die österreichische Regierung entsprechend reagieren wird, wissen wir nicht. Als Österreichs Nachbar wünschen wir uns, dass es zu einer bilateralen Vereinbarung kommt", betonte er.

Slowenien, dessen Institut für die Öffentliche Gesundheit (NIJZ) Österreich zu insgesamt 14 europäischen Ländern mit einer günstigen epidemiologischen Lage zählt, strebt möglichst bald eine bilaterale Vereinbarung mit Österreich an, um die Einreisebeschränkungen zu lockern. Laut dem Regierungssprecher erwartet man, dass es möglichst bald zu einem tatsächlichen Treffen zwischen den Innenministern beider Länder kommen wird.

Verstärkte Grenzkontrollen

Im Westen des Landes, an der Grenze zu Italien, sollen unterdessen die Grenzkontrollen verstärkt werden. Die slowenische Polizei wird am Wochenende die grüne Grenze zu Italien noch stärker überwachen, nachdem vorige Woche zahlreiche Italiener die wegen der Corona-Pandemie eigentlich geschlossene Grenze überquerten. Die Verstärkung der Grenzkontrollen war mit dem lokalen Zivilschutzstab vereinbart worden, berichtete die Nachrichtenagentur STA.

Die Bewohner im Grenzgebiet, insbesondere in den Gemeinden Hrpelje-Kozina, Sezana und Komen konnten laut Medien am vergangenen Wochenende eine größere Zahl von Grenzübertritten außerhalb offizieller Kontrollpunkte beobachten. Die Italiener kamen über Feldwege entweder zu Fuß oder mit Fahrrädern nach Slowenien. Laut Schätzungen gab es mehrere hundert solcher Fälle.