© Georg Wilke/Foto Georg Wilke

Wirtschaft
03/27/2019

Generalsekretär des Finanzministeriums wird ÖBAG-Alleinvorstand

Schmid war seit mehreren Jahren Kabinettschef und Generalsekretär im Finanzministerium.

Der ÖVP-nahe, 43 Jahre alte Tiroler Thomas Schmid wird erster Geschäftsführer der Staatsholding ÖBAG, der Nachfolgegesellschaft von ÖBIB und ÖIAG, die die Staatsbeteiligungen an wichtigen Unternehmen verwaltet. Er soll in dieser Funktion in die Aufsichtsräte von Beteiligungsunternehmen einziehen, in jenem der Lotterien etwa sitzt er bereits. Die Karriereleiter erklomm Schmid in der Volkspartei.

Der offiziell parteilose Doppel-Magister - er ist Jurist und Politikwissenschafter - war schon Büroleiter von Ex-Bundeskanzler und -ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel und in den Jahren 2004/2005 auch einmal Pressesprecher von Karl Heinz Grasser, als dieser Finanzminister war. Auch für die ÖVP-Minister Michael Spindelegger (Äußeres) und Elisabeth Gehrer (Unterricht) übernahm er wie auch für den ÖVP-Abgeordneten zum Europäischen Parlament, Paul Rübig, die Tätigkeit des Sprechers. Begonnen hat dieser Karriereabschnitt im ÖVP-Parlamentsklub.

Spindeleggers Adlatus

Spindelegger, als dessen Adlatus Schmid jahrelang galt, machte diesen Ende 2013 als Finanzminister schließlich zum Kabinettschef im Finanzministerium. Unter dem späteren Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) wurde Schmid zum Generalsekretär des BMF bestellt. In dieser Funktion wurde Schmid vom damaligen freiheitlichen Generalsekretär Herbert Kickl unter anderen Personen rund um Anti-Terror-Schutzbauten am Ballhausplatz angegriffen - ÖVP und FPÖ befanden sich schließlich noch nicht in aktueller koalitionärer Partnerschaft. Schmid komme eine Schlüsselrolle beim Mauerbau zu, der einen massiven Schaden verursacht habe, kritisierte Kickl im September 2017, also im Wahlkampf zur vergangenen Nationalratswahl.

JETZT-Klubobmann Bruno Rossmann vermutete erst dieser Tage, dass Schmid als Generalsekretär im Finanzministeriums im Jahr 2017 ohne rechtliche Grundlage Weisungen an Mitarbeiter gab, u.a. auf Beauftragung einer deutschen Firma mit der Organisationsdiagnose. In einer Sachverhaltsdarstellung ersucht Rossmann die Staatsanwaltschaft um Überprüfung. Denn zu diesem Zeitpunkt waren Generalsekretäre im Gegensatz zur Jetztzeit noch nicht weisungsbefugt.

Schon als das Gesetz zur Umfirmierung der ÖBIB zur ÖBAG in Begutachtung ging, schrieben Medien, Schmid gilt als fix für den Sessel des Geschäftsführers. Die dafür relevanten Entscheidungsträger in der ÖVP haben ihr Okay gegeben", schrieb das Magazin "Trend" Ende September des Vorjahres. Schon damals mutmaßte das Magazin, dass sich Schmid bereits akribisch auf die Geschäftsführerarbeit vorbereitet hätte.

Aktiver managen

Eine akribische Vorbereitung auf den Job im Dienste aller Österreicher ist auch sicher keine schlechte Idee: Schließlich soll die neue ÖBAG die Bundesbeteiligungen wieder aktiver managen als ihre Vorgängergesellschaft. Daher soll Schmid selbst in die Aufsichtsräte der Beteiligungsfirmen einziehen; am besten als Vorsitzender. Das Gesamtportfolio im Besitz aller Österreicherinnen und Österreicher beläuft sich auf rund 23 Milliarden Euro. Erfahrung in Sachen Aufsichtsratstätigkeit hat Schmid auch bereits aufgrund von Aufsichtsratssitzen in der Bundestheater-Holding und bei der KA Finanz. Auch absolvierte Management- und Politiklehrgänge an der London School of Economics (UK) sowie der Universität St. Gallen (CH) sollten dem Neo-Manager in der Ausübung seines neuen Jobs zugutekommen.

Die ÖBAG werde im Gegensatz zur verwaltungsorientierten ÖBIB ein aktives Beteiligungsmanagement sichern, sagte Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) zur neuen Staatsholding. Ihr Beteiligungsportfolio ist auch größer als jenes der ÖBIB. So ist die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) unters ÖBAG-Dach gewandert. Die Verbund-Anteile bleiben zwar beim Finanzministerium, werden nun aber von der ÖBAG verwaltet. Schmid löst den Interimschef Walter Jöstl ab.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.