Gaspreis: Seit zwei Wochen geht es steil bergauf

Gaspreis: Seit zwei Wochen geht es steil bergauf
In den letzten beiden Wochen hat sich europäisches Erdgas um etwa 40 Prozent verteuert. Preistreiber sind die niedrigen Temperaturen.

Zusammenfassung

  • Europäischer Gaspreis steigt in zwei Wochen um 40 Prozent und überschreitet erstmals seit Juni 40 Euro je Megawattstunde.
  • Preistreiber sind kalte Witterung, niedrige Speicherstände (Österreich: 52 Prozent gefüllt) und geopolitische Risiken.
  • Zusätzliche Faktoren sind gestiegene Gaspreise in den USA und erwartete höhere Nachfrage in China.

Seit fast zwei Wochen geht es mit dem Gaspreis stark nach oben. In dieser Zeit hat sich europäisches Erdgas um etwa 40 Prozent verteuert. Am Donnerstag etwa ist der Preis für europäisches Erdgas erstmals seit einem halben Jahr über die Marke von 40 Euro je Megawattstunde (MWh) gestiegen. 

Preistreiber sind niedrige Temperaturen in Teilen Europas mit einem höheren Gasverbrauch, der auf vergleichsweise niedrige Füllstände der Gasspeicher trifft. Zuletzt ist auch der Gaspreis in den USA wegen der kalten Witterung deutlich gestiegen und hat den höchsten Stand seit 2022 erreicht, was die Notierungen am europäischen Markt in der Früh mit nach oben zog.

Gasspeicher in Österreich noch zu 52 Prozent gefüllt

In Österreich sind die Gasspeicher aktuell zu 52 Prozent gefüllt, nach 67 Prozent vor einem Jahr. Die Situation ist jener kurz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 nicht vergleichbar. 

Damals sank der Füllstand auf unter 13 Prozent, die panikartige Wiederbefüllung der Speicher und Russlands Drohungen vor weiteren Lieferkürzungen trieben den Gaspreis in der Folge massiv in die Höhe - auf über 300 Euro pro Megawattstunde im August 2022.

Neben der kalten Witterung wirken auch aktuell geopolitische Risiken immer wieder als Preistreiber im Handel mit Erdgas. Zuletzt hatte unter anderem die angespannte Lage im Iran die Sorge vor einem Übergreifen auf die gesamte Region geschürt. 

Außerdem wird am Markt weiter auf eine stärkere Nachfrage in China hingewiesen, dem weltweit größten Abnehmer von Flüssiggas. Dies wird ebenfalls als Anzeichen gesehen, dass der Wettbewerb schärfer werden könnte.

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