"Ausnahmslos": Billa, Lidl, Hofer und Spar setzen trotz Mercosur auf heimisches Fleisch

Fleischexport sinkt
Billa, Lidl und Spar und Hofer werden trotz des Mercosur-Abkommens kein Frischfleisch aus Südamerika verkaufen und setzen weiterhin auf österreichische Herkunft.

Argentinische Steaks wird es auch nach der baldigen Unterzeichnung des EU-Mercosur-Handelsabkommens nicht bei Billa, Lidl, Hofer und Spar geben. Für die Lebensmittelhändler ist Frischfleisch aus Südamerika kein Thema, sie setzen lieber auf Fleisch aus Österreich.

Fleisch "ausnahmslos aus Österreich"

"Rind, Schwein und Kalb stammen ausnahmslos aus Österreich. Daran wird nicht gerüttelt", sagte Spar-Vorstand Markus Kaser der Kronen Zeitung (Dienstag).

Die Rewe-Tochter Billa verkauft seit dem Jahr 2020 100 Prozent Frischfleisch aus Österreich, unter anderem heimisches Hendl, Pute, Schwein, Rind, Kalb, Wild und Lamm. Damit habe Billa "im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel ein Alleinstellungsmerkmal", sagte eine Rewe-Sprecherin zur APA. Auch bei den Rewe-Töchtern Adeg und Penny gebe es "keine Pläne, Fleisch aus Mercosur-Ländern" zu verkaufen. Zu den Mercosur-Staaten zählen Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay.

Lidl: "Haben uns vor vielen Jahren bewusst dagegen entschieden"

"An unserer Sortimentsstrategie ändert das Mercosur-Abkommen nichts", hieß es von Lidl Österreich auf APA-Anfrage. Man habe "sich schon vor vielen Jahren bewusst dagegen entschieden, Fleisch aus Südamerika zu verkaufen". Lidl will bei Frischfleisch "weiterhin auf heimische Qualität" setzen, wie zum Beispiel bei der 100 Prozent österreichischen Lidl-Eigenmarke "Wiesentaler".

Bauern-Kritik an Handelsabkommen

Die Gegner des EU-Mercosur-Handelsabkommens befürchten eine Zunahme von Importen billiger Lebensmittel wie Rindfleisch, Geflügel und Zucker, die Landwirte in Europa unter Druck setzen würden. EU-weit kam es zu Protesten von Bauern. Den Landwirten wurden nun Hilfen in Aussicht gestellt, um die Effekte des Handelsabkommens abzumildern.

Die Botschafter der 27 EU-Länder stimmten dem Abkommen vergangenen Freitag mehrheitlich zu. Unter anderem Frankreich, Polen und Österreich blieben bei ihrem Nein, wurden aber durch einen Kurswechsel der zunächst kritischen Italiener überstimmt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wird kommenden Samstag das Handelsabkommen offiziell in Paraguay unterzeichnen. Damit der Handelsdeal in Kraft tritt, muss noch das EU-Parlament zustimmen.

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