Rosenbauer erzielte 2020 ein Rekordjahr

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
08/13/2021

Feuerwehrausstatter Rosenbauer wieder in der Gewinnzone

Der Umsatz betrug im ersten Halbjahr trotz Problemen bei den Lieferketten 448 Millionen Euro.

Der ober√∂sterreichische Feuerwehrhersteller Rosenbauer ist im Halbjahr nach einem kleinen Verlust zu Jahresbeginn wieder in die Gewinnzone zur√ľckgekehrt. Trotz Aufholprozess im zweiten Quartal lag der Konzernumsatz mit 448,1 Mio. Euro leicht unter dem historischen Rekord von 458,0 Mio. Euro im Vorjahr.

Das Orderbuch ist mit 1,09 (1,12) Mrd. Euro weiterhin gut gef√ľllt. Zu schaffen macht Rosenbauer ein Materialmangel, da die Konjunkturerholung Lieferketten unter Druck brachte.

Das Periodenergebnis lag von J√§nner bis Juni bei 5,5 Mio. Euro, nach 2,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Im ersten Quartal war das Ergebnis noch mit 0,9 Mio. Euro im Minus gewesen. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg im Halbjahr deutlich auf 9,3 (5,4) Mio. Euro. Der Auftragseingang lag mit 488,2 Mio. Euro √ľber dem Vorjahresvergleich (455,3 Mio. Euro).

Corona-Verwerfungen

Das √ľberraschend schnelle Anspringen der globalen Konjunktur bringe die Lieferketten im Rosenbauer-Konzern unter Druck, erkl√§rte das Unternehmen am Freitag. Wichtige Fertigungsbereiche w√ľrden mit St√∂rungen wie schlechten Materialverf√ľgbarkeiten und versp√§teten Lieferungen k√§mpfen.

Laut Siegel sei die komplette Lieferkette betroffen gewesen, vor allem bei Bestellungen aus dem Ausland. ‚ÄěInsbesondere Lieferungen aus den USA sind teilweise erst 2022 zu bekommen‚Äú, so der CEO. Dank Covid-19-Liquidit√§tshilfen an mehreren internationalen Standorten habe man Effekte aus dieser angespannten Versorgungssituation gro√üteils kompensieren k√∂nnen.

In den ersten sechs Monaten habe die Feuerwehrbranche den Auswirkungen der Corona-Pandemie getrotzt und sich weiter stabil entwickelt. Getragen worden sei die Nachfrage nach Feuerwehrtechnik insbesondere durch die entwickelten europ√§ischen M√§rkte, die unver√§ndert wachsen w√ľrden, hei√üt es.

Die globale Feuerwehrbranche folge der allgemeinen Konjunktur erfahrungsgem√§√ü mit mehreren Monaten Abstand und sollte heuer eine Seitw√§rtsbewegung zeigen. Die Ausschreibungst√§tigkeit sei im ersten Halbjahr sehr rege gewesen, wobei auch wieder gr√∂√üere Beschaffungen zur Vergabe anstehen w√ľrden.

Trotz weiter bestehender Unsicherheiten im Hinblick auf die Lieferketten erwartet der Vorstand f√ľr das laufende Gesch√§ftsjahr einen stabilen Umsatz und eine EBIT-Marge bei 5 Prozent. Der Mitarbeiterstand per 30.6. lag bei 4.008 (3.967).

Temporäre Impfstraße

Entgegen der Aussagen von Konzernchef Siegel im April wurde im Betrieb eine tempor√§re Impfstra√üe eingerichtet. ‚ÄěWir haben zwei Impftage veranstaltet. Es gab ein exaktes Anmeldesystem und haben rund 250 Mitarbeiter geimpft‚Äú, so der CEO. Auch gegen√ľber einer 3G-Regel in Betrieben zeigt sich Siegel offen: ‚ÄěIch h√§tte Verst√§ndnis f√ľr eine solche Regelung.‚Äú Die gr√∂√üten Betriebsst√∂rungen gab es im Vorjahr durch vorsorgliche Quarant√§nema√ünahmen nach Corona-F√§llen.

Siegel appelliert an die Bundesregierung, auch klarere Regelungen f√ľr Geimpfte auszusprechen. Auch das Tragen von Masken sei zumutbar. ‚ÄěVon Verpflichtungen halte ich nicht viel‚Äú, sagte der Konzernchef zu einer m√∂glichen Impfpflicht.

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