┬ę Condor

Wirtschaft
03/08/2021

Ferienflieger Condor braucht wieder frisches Geld

Condor erst im vergangenen Jahr vom deutschen Staat gerettet

Rund drei Monate nach Abschluss des Schutzschirmverfahrens braucht der vom Staat gerettete deutsche Ferienflieger Condor wieder frisches Geld. Unter Hinweis auf den verl├Ąngerten Coronalockdown und die z├Âgerliche Flugnachfrage best├Ątigte das Unternehmen am Montag in Frankfurt, dass man "konstruktive Sondierungsgespr├Ąche" ├╝ber eine finanzielle Unterst├╝tzung f├╝hre. Unklar blieb, ob auch ├╝ber erneute Staatshilfen gesprochen wird. Zuvor hatte das "Handelsblatt" berichtet.

Condor hatte im vergangenen Jahr die drohende Insolvenz abgewendet und mit 1. Dezember 2020 das Schutzschirmverfahren verlassen, in dem es umfassend saniert wurde. Die fr├╝here Tochter des untergegangenen Reisekonzerns Thomas Cook wird im Besitz einer Treuhandgesellschaft mit einem Langfrist-Kredit der staatlichen KfW-Bank in der Luft gehalten.

Von den im April 2020 zugesagten 550 Millionen Euro wurden 256 Millionen verwendet, um einen zuvor bestehenden kurzfristigen KfW-Kredit abzul├Âsen. Das Schutzschirmverfahren unter Sachwalter Lucas Fl├Âther soll dem Vernehmen nach rund 44 Millionen Euro gekostet haben, so dass am Ende f├╝r die Condor rund 250 Millionen als Coronahilfen ├╝brig blieben. Zu einem sp├Ąteren Zeitpunkt sollte ein Investor gesucht werden, was nun m├Âglicherweise vorgezogen werden k├Ânnte.

Das Unternehmen ringt mit einer Flotte von rund 50 Flugzeugen um die Wiederaufnahme touristischer Fl├╝ge und war im vergangenen Jahr noch von einem lebhaften Ostergesch├Ąft ausgegangen, das nun ausbleibt. Mit dem Lufthansa-Konzern streitet sich die Airline um Zubringerfl├╝ge zu ihren Fernfl├╝gen, deren Vertragsbedingungen Lufthansa im November aufgek├╝ndigt hatte. Der ebenfalls staatlich gest├╝tzte Kranich-Konzern will das touristische Gesch├Ąft auf der Langstrecke selbst forcieren.

Das Unternehmen wurde unter dem Schutzschirm restrukturiert und auf geringere Kosten getrimmt. Die Zahl der Besch├Ąftigten sank um rund 700 auf nun 4.200. F├╝r die ├╝brigen wurden mit den Gewerkschaften Sanierungs-Tarifvertr├Ąge mit finanziellen Einbu├čen f├╝r die Mitarbeiter geschlossen. Das Unternehmen hat seine Zentrale vom Frankfurter Flughafen in eine g├╝nstigere Immobilie im nahen Neu-Isenburg verlegt.

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