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Wirtschaft
01/04/2019

Fed-Chef will nicht abtreten und zerstreut Sorgen vor zu straffem Kurs

Die US-Notenbank will bei Zinsentscheidungen die Konjunktur genau im Auge behalten.

Der oberste US-Notenbanker Jerome Powell hat am Freitag erklärt, dass die Wirtschaft weiter wachse, sein Haus bei ihren Zinsentscheidungen die Konjunktur genau im Auge behalten werde und bei ihrem geldpolitischen Pfad nicht festgelegt sei. Zuletzt hatte es die Sorge gegeben, die Notenbank könne mit weiteren Zinsanhebungen 2019 der Konjunktur schaden. Abtreten will Powell auch nicht.

Der Chef der Federal Reserve hat Flexibilit√§t bei der Zinspolitik signalisiert und damit an den Finanzm√§rkten Sorgen vor einem zu straffen Kurs ged√§mpft. Die Zentralbank sei geldpolitisch nicht auf einen Weg festgelegt, sagte der oberste US-W√§hrungsh√ľter am Freitag in einer Rede in Atlanta und f√ľgte hinzu: "Wir werden geduldig sein und sehen, wie sich die Wirtschaft entwickelt." Die Notenbank sei stets darauf vorbereitet, ihre geldpolitische Haltung bei Bedarf auch "erheblich" anzupassen.

Die US-Industrie hatte j√ľngst deutlich an Schwung verloren und damit unter Investoren zu Jahresbeginn Sorgen um die Konjunktur gesch√ľrt. Powell betonte, die Konjunkturdaten deuteten dennoch daraufhin, dass die Wirtschaft mit Schwung in das neue Jahr gehe.

Kritik von Trump

Angesichts der massiven Kritik von US-Präsident Donald Trump am Zins-Kurs der Fed stellte Powell zudem klar, dass die Notenbank ihre Entscheidungen unabhängig von der Politik treffe.

Falls er vom Pr√§sidenten zum R√ľcktritt aufgefordert w√ľrde, w√ľrde er diesem nicht Folge leisten, betonte Powell. Er habe derzeit kein Treffen mit Trump auf seiner Agenda und unterhalte auch keine direkte Kommunikationslinie zum Wei√üen Haus.

Angesichts des Booms in den USA haben die W√§hrungsh√ľter den Leitzins sehr zum Leidwesen des auf hohe Wachstumsraten fixierten Pr√§sidenten zuletzt im Dezember auf die Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent erh√∂ht. Es war die vierte Anhebung im Jahr 2018. Zudem hatte sie f√ľr 2019 zwei weitere Erh√∂hungen in Aussicht gestellt. Viele H√§ndler setzen jedoch darauf, dass die Notenbank 2019 keine Straffung mehr folgen l√§sst, um den Aufschwung nicht zu gef√§hrden.

Die US-B√∂rsen reagierten mit steigenden Kursen auf die Signale Powells, bei Zinserh√∂hungen nichts zu √ľberst√ľrzen. Auch die Jobdaten haben am Freitag die US-B√∂rsen befl√ľgelt.

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