Luftfahrzulieferer FACC erzielt Rekordumsatz

Das Effizienzprogramm und Werk in Kroatien tragen bei dem oberösterreichischen Industriekonzern Früchte.
Eine Frau im Laborkittel untersucht ein Stück Material mit einer weißen Handschuh.

Zusammenfassung

  • FACC erzielte 2025 mit 984,4 Mio. Euro den höchsten Umsatz der Firmengeschichte und steigerte das operative Ergebnis um 49,4 Prozent.
  • Das konzernweite Effizienzprogramm CORE und der Ausbau des Standorts in Kroatien trugen maßgeblich zur positiven Entwicklung bei.
  • Für 2026 erwartet FACC weiteres Umsatzwachstum und eine verbesserte Rentabilität, während die Aktie seit Jahresbeginn um über 20 Prozent zulegte.

Der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC wächst weiter kräftig. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen aus  Ried im Innkreis den höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten vorläufigen Geschäftszahlen hervorgeht.

Die Erlöse stiegen um mehr als 11 Prozent auf 984,4 Mio. Euro. Das operative Ergebnis legte um 49,4 Prozent auf 42,3 Mio. Euro zu.  Die EBIT-Marge, mit der die Rentabilität des operativen  Geschäfts gemessen wird, verbesserte sich von 3,2 auf 4,3 Prozent. Einen positiven Ergebnisbeitrag lieferten  alle Bereiche des Konzerns, von den Flugzeugstrukturen über Triebwerke bis zur Kabinenausstattung.

Effizienzprogramm wirkt

Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung sei das seit Herbst 2024 laufende konzernweite Effizienzsteigerungsprogramm CORE, heißt es in der Unternehmensmitteilung. Alle eingeleiteten Maßnahmen würden bereits Wirkung zeigen und den stark gestiegenen Standortkosten des Unternehmens in Österreich entgegenwirken. 

Bei FACC beklagt man vor allem die im internationalen Vergleich stark gestiegenen Personal- und Energiekosten. Man werde  aber auch weiterhin ein bedeutender Arbeitgeber und Technologietreiber am Standort bleiben, wird versichert. Im vergangenen Jahr eröffnete das Unternehmen etwa ein „Safety Center“ für Schulungen zum Thema sicheres Fliegen in seinem Weiterbildungszentrum im oberösterreichischen Reichersberg.

Ausbau in Kroatien

Positive Effekte hat auch der  neue Standort im kroatischen Jakovlje bei Zagreb gezeitigt.  Dort werden Leichtbau- und Innenraumkomponenten für Business-Jets und Passagierflugzeuge gefertigt. In der Produktion  habe man hohe Handarbeitsanteile  und weniger technische Prozesse, die man in Österreich besser automatisieren könne, sagte FACC-Chef Robert Machtlinger im vergangenen Frühjahr  dem KURIER.  

Weltweit beschäftigt FACC an 14 Standorten, u. a. auch in der Slowakei, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Brasilien, den USA und China rund 3.900 Beschäftigte. Trotz kräftigen Umsatzanstieges sei der Personalstand nahezu konstant geblieben.

Weiteres Plus erwartet

Für das kommende Jahr geht man von einer weiteren Umsatzsteigerung von 5 bis 15 Prozent aus. Wegen der in der zivilen Luftfahrtindustrie weiterhin eingeschränkten Verfügbarkeit von kritischen Flugzeugsystemen, insbesondere von Triebwerken, basiere diese Planung jedoch auf konservativen Annahmen, wird betont. Auch die Rentabilität soll  sich durch das auch im kommenden Jahr fortgeführte Kostensenkungsprogramm weiter verbessern. 

Aktie legt zu

Die FACC-Papiere legten bis Mittwochnachmittag an der Wiener Börse um mehr als 6,5 Prozent auf 13,94 Euro zu. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus der Aktie bereits mehr als 20 Prozent.

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