Nowotny (li.) und Holzmann.

© Kurier/Gilbert Novy

Wirtschaft
10/01/2019

Ewald Nowotny: Mahnende Worte zum Abschied

Bei der offiziellen Amtsübergabe an den neuen OeNB-Gouverneur Holzmann appellierte er, Mitarbeiter wertzuschätzen. Holzmann entschuldigte sich für seine Personalentscheidungen.

von Andrea Hodoschek

Ewald Nowotny (SPÖ) hatte sicher nicht damit gerechnet, dass eine peinliche Personalaffäre seine Verabschiedung als Gouverneur der Nationalbank überschatten würde. Die Aktion seines von der FPÖ installierten Nachfolgers Robert Holzmann war Gesprächsthema unter den zahlreichen Top-Gästen aus Finanz, Wirtschaft und Politik, die Dienstagabend ins Palais Ferstl kamen.

Mit feiner Klinge, aber trotzdem klaren Worten ging Nowotny dann auch auf die Causa ein, die seit dem Wochenende die Belegschaft der Bank in helle Aufregung versetzt. Notenbanken bräuchten Stabilität und Nachhaltigkeit. Was die innere Verwaltung des Hauses betreffe, sei es legitim, dass jedes Direktorium neue Prioritäten setze und selbst eigene Reformen durchführe.

Erhebliche Reformen

Auch er habe mit Unterstützung des Direktoriums, des Präsidiums und des Generalrates „erhebliche Reformen eingeleitet, die teilweise umstritten waren, sodass bei der Neuregelung des Pensionswesens auch gesetzliche Änderungen erfolgen mussten“.

Nowotny sprach von der Notwendigkeit offener Informationen und des Konsenses in den Führungsgremien. Während seiner elfjährigen Tätigkeit als Gouverneur „musste ich das Dirimierungsrecht nie einsetzen“, dafür danke er seinen Kollegen in Direktorium und Generalrat.

Ungewöhnliche Entwicklung

Dem neuen Direktorium könne er nur empfehlen, „den großen Erfahrungsschatz und das Engagement der Mitarbeiter wertzuschätzen und aktiv zu nützen“. Es habe am vergangenen Wochenende eine für die OeNB und für Österreich insgesamt eine sehr ungewöhnliche Entwicklung gegeben, „natürlich haben mich hier viele Sorgen der Mitarbeiter erreicht“, sagte er im Vorfeld der Feier. Als ehemaliger Gouverneur aber wolle er das nicht kommentieren, um nicht die positive Stimmung der Feier zu trüben.

Holzmann selbst entschuldigte sich dann in seiner Rede "für die Wolken, die in den letzten Tagen über der OeNB gestanden sind". Dahinter sei aber nur das Interesse der Wahrung der Integrität der Institution gestanden. "Das war und wird immer der Grund meines Handelns sein."

Nowotny versprach Holzmann, ihm künftig mit Rat zur Seite zu stehen; dafür versprach dieser, ihn nicht mehr aus der Zeitung zu informieren.

Der deutsche Bundesbank-Präsident Jens Weidmann betonte in seiner Ansprache die Erfahrung und Eigenständigkeit, mit der Nowotny den Rat der Europäischen Zentralbank stets bereichert habe. Er habe den EZB-Rat „über lange Zeit geprägt“ und sich „beispielhaft“ für eine unabhängige, auf das Ziel der Preisstabilität ausgerichtete Geldpolitik eingebracht: „Deine Erfahrung und Deine klare Orientierung werden dem Rat fehlen.“

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