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Wirtschaft
06/26/2019

Ernte fällt heuer besser aus als im Katastrophenjahr 2018

Anbaufläche und Wetter haben stärksten Einfluss. Erntemenge liegt über dem Dürrejahr 2018, aber unter Mehrjahresschnitt.

Die österreichische Getreideernte 2019 wird besser als im katastrophalen Vorjahr ausfallen. Die Landwirtschaftskammer (LK) rechnet mit einem Plus von 13 Prozent gegenüber 2018, sagte Kammerpräsident Josef Moosbrugger beim alljährlichen Erntegespräch am Mittwoch. Erwartet wird eine Menge von 2,95 Millionen Tonnen.

Auf längere Sicht betrachtet wäre das allerdings unterdurchschnittlich. Gegenüber dem 5-Jahres-Schnitt bedeutet diese Menge ein Minus von 2,4 Prozent.

Den größten Einfluss hatten zwei Faktoren. Einerseits ist die Anbaufläche um fast 11.000 Hektar zurückgegangen. Andererseits wirkt sich das Wetter massiv auf die Erntemenge aus, wie das desaströse Vorjahr gezeigt hatte.

"Der zunehmende Klimawandel und die damit einhergehende, oft massenhafte Vermehrung von Schädlingen führen zu großen Schäden in der Landwirtschaft", warnte LK-Niederösterreich-Chef Johannes Schmuckenschlager.

Die Produktion in Österreich werde durch das Wegfallen von Wirkstoffen weniger konkurrenzfähig. "Rübenderbrüssler, Erdfloh, Drahtwurm, Engerlinge, dazu der Quotenwegfall und Preisverfall bei der Zuckerrübe sowie die gewaltige Dürre, die 2018 so gut wie ganz Österreich betroffen hat, zeigten viele der Herausforderungen auf", sagte Nikolaus Berlakovich, LK-Chef im Burgenland.

Durch wärmere Temperaturen beschleunige sich der Abbau der organischen Substanz im Boden. Deshalb seien Maßnahmen zur "klimafitten" Bodenbewirtschaftung nötig. Und auch der rasante Verlust an hochwertigen Agrarflächen durch die fortschreitende Bebauung und Versiegelung müsse gestoppt werden.