Ende einer Ära: Einziges deutsches Playmobil-Werk schließt Ende Juni

Kunststofffiguren von WM-Fußballern sollen Wende zum Guten bringen.
Mehrere Geobra Playmobil-Figuren liegen übereinander.

Die Horst-Brandstätter-Group, Muttergesellschaft von Playmobil, will die Herstellung der berühmten Plastikspielzeuge in ihrem einzigen deutschen Werk in Dietenhofen in Mittelfranken in Bayern bis Ende Juni beenden. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über die Gründung einer Transfergesellschaft und einen Sozialplan seien gegenwärtig in der "Endphase", sagte ein Firmensprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der im Februar angekündigte Prozess laufe planmäßig.

350 Mitarbeiter betroffen

Kündigungen für die bisher 350 Mitarbeiter seien im gegenseitigen Einvernehmen bisher nicht ausgesprochen worden. "Unser klares Ziel ist es, den Beschäftigten im Rahmen einer Transfergesellschaft eine Perspektive über den 30. Juni 2026 hinaus zu ermöglichen und die Beschäftigten beim Übergang in neue Beschäftigungsverhältnisse aktiv zu unterstützen", betonte der Sprecher. Künftig werde die Produktion der Playmobil-Figuren an bereits bestehenden Unternehmensstandorten in Malta und Tschechien fortgeführt.

30 Prozent weniger Umsatz 

Die Horst-Brandstätter-Group hatte in den vergangenen Jahren schwere Zeiten durchschritten. Die Relevanz der Playmobil-Spielzeuge in den Kinderzimmern hat abgenommen. In wenigen Jahren büßte die Gruppe ein Drittel ihres Umsatzes ein. Firmenchef Bahri Kurter hatte auf der Spielwarenmesse im Jänner angekündigt, es könne eine Trendwende geschafft werden. Das Unternehmen versucht es im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada unter anderem mit Playmobil-Figuren, die berühmte Fußballspieler darstellen sollen.

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