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© Kurier / Gilbert Novy

Wirtschaft
05/11/2021

Druck- und Medienbranche klagt über Papierknappheit und Preise

Der Verband Druck Medien appelliert an die Papierhersteller, ihre Kapazitäten zu erhöhen-

Der Verband Druck Medien klagt über hohe Papierpreise und längere Wartezeiten bei der Bestellung von Karton und Wellpappe sowie grafischem Papier. "Für die Druck- und Medienbranche, die sich gerade über gefüllte Auftragsbücher freuen sollte, sind die steigenden Rohstoffkosten ein 'Seiltanz ohne Netz'", sagte Verbandspräsident Gerald Watzal am Dienstag in einer Aussendung. Watzal rief die Papierhersteller auf, ihre Kapazitäten für grafisches Papier wieder zu steigern.

Schließungen

Steigende Zellstoffpreise und ein schon jahrelanger, europaweiter Kapazitätenabbau bei grafischen Papieren würden sich als Preistreiber auswirken, erklärte Watzal. Durch Schließungen und Umrüstungen von Papierfabriken in Deutschland, Italien, Finnland und Frankreich seien insgesamt 5,2 Millionen Tonnen Papier pro Jahr weggefallen. Die Corona-Pandemie habe die noch vorhandenen Kapazitäten zusätzlich verknappt.

Den Angaben des Verbands Druck und Medien lieferten die österreichischen Papierwerke 2020 insgesamt 4,78 Millionen Tonnen Papier aus, um 5,3 Prozent weniger als im Jahr 2019. Die Produktion von grafischen Papieren sei dabei am stärksten gedrosselt worden, nämlich um 13,5 Prozent auf 2 Millionen Tonnen. Spezialpapiere verzeichneten demnach ein Minus von 1,9 Prozent auf 305.000 Tonnen. Verpackungspapiere dagegen stiegen um 2 Prozent auf 2,4 Millionen Tonnen. 86,6 Prozent der Produktion seien ins Ausland gegangen.

Leere Lager

In Österreich selbst wurden insgesamt 1,85 Millionen Tonnen Papier verkauft. Der Verbrauch an grafischen Papieren war dabei höher als die produzierte Menge. "Die Lager sind damit geleert, die Kapazitäten aber noch nicht im vollen Ausmaß hochgefahren", sagt Watzal. Denn auch die Papierbranche kämpfe mit steigenden Preisen und zunehmendem Rohstoffmangel. Vor allem Zellstoff und Holz seien derzeit Mangelware, und Frachtkosten seien als Nachwirkung der Suezkanal-Blockade und der Corona-Pandemie besonders hoch.

Watzal rief die Papierhersteller auf, die steigende Nachfrage in Österreich vorrangig zu behandeln und die Kapazitäten für grafisches Papier wieder zu steigern.

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