Diese Autos eignen sich als Investition

Diese Autos prägten noch vor einigen Jahren das Straßenbild. Mittlerweile rar geworden, legen sie nun stetig an Wert zu. Wer heute kauft, kann ordentlich Gewinn machen.

BMW 635 CSi

Das von Paul Bracq – einem der bekanntesten Automobildesigner – entworfene Coupé mit der typischen BMW-Schnauze und der filigranen Dachlinie ist längst ein Klassiker. Bekannt für die potenten Motoren, gerät oft in Vergessenheit, dass der Innenraum mit dem fahrerzentrierten Cockpit einst Designgeschichte schrieb.

Im Bild: Ein BMW 635 CSi. Baujahr 1986. Die raren M635-CSi-Modelle werden in gutem Zustand mittlerweile mit rund 15.000 Euro gehandelt. Alternativ kann man sich auch nach einem 635i – das mit 45.000 Exemplaren meistgebaute Modell der Reihe – oder einem 630 CS umschauen. Je nach Baujahr leistet das 3,5 Liter große Triebwerk 211 bis 220 PS.

Im Bild: Der BMW 630 CS wurde von 1976 bis 1989 gebaut. Opel Manta A GTE

Was bedeutet das "GTE" hinten auf dem Manta? - Getuned, ey.

Die verbreiteten Stereotype von Fuchsschwanz, Blondine, Cowboystiefeln und heraushängenden Ellbogen gelten ausschließlich – wirklich ausschließlich - für das B-Modell. Der Manta A GTE war ein bürgerliches Sportcoupé und ist dank seiner zeitlosen sportlichen Linie mittlerweile zu einem begehrten Sammlerobjekt geworden.

Doch Opel-typisch: Es finden sich kaum noch Fahrzeuge die dem Tuning-Wahn entkommen sind. Auch beim Mantakauf gilt: Der Zustand macht den Preis. Die höchsten Wiederverkaufs-Chancen haben Modelle im Originalzustand . Audi 200

Dickes Plüsch, US-typische Scheinwerfer und Turbo-Motor ergeben das Rezept für den Audi 200. In erster Linie ging der Wagen an Vielfahrer, die innerhalb einer sehr kurzen Zeit hohe Kilometerleistungen mit dem Fahrzeug zurücklegten.

Als Youngtimer ist der Audi 200 daher kaum ohne sechsstellige Zahl auf dem Tacho zu bekommen. Dank ausgezeichneter Verarbeitung und Vollverzinkung ab dem Baujahr 1984, stellt das jedoch kein wirkliches Problem dar.

Im Bild: Ein Audi 200 aus dem Jahr 1981. Opel Kadett C Aero

Wäre der Aero bei seiner Einführung nicht so teuer gewesen, hätte er das "Volks-Cabrio" werden können. Mittlerweile ist er erschwinglich und trotzdem exklusiv: Nur noch wenige Exemplare sind auf den Straßen unterwegs.

Opel stellte den Kadett C Aero 1976 auf dem Genfer Auto Salon vor. Doch Vollcabrios hatten es in den Siebzigern nicht leicht. Der Karosserieschneider Baur aus Stuttgart baute den Kadett C deshalb zum "Sicherheits-Cabrio" mit Überrollbügel, Targa-Dach und Faltverdeck um.

Mittlerweile hat sich der Aero-Kadett längst zu einem Auto für Liebhaber gemausert. Wer sich also eines der seltenen Baur-Stücke zulegen möchte, der sollte kaufen. Schnell. Porsche 944 Turbo

Ein Reihenvierzylinder-Aggregat in einem Porsche? Das hört sich auch heute noch fremdartig an, schlug jedoch Ende der Siebziger in der Fangemeine ein wie eine Bombe. Der Porsche 924, der auch die Basis für den 944er bildet, wurde nie so recht akzeptiert und von Fans der Boxer-Triebwerken als "Audi mit LKW-Motor" bezeichnet.

Im Bild: Ein Porsche 944 Turbo S aus dem Jahr 1986. Heute hat der ungewöhnliche Porsche eine eingefleischte Fangemeinde. Kein Wunder, denn der 944er gilt als zuverlässig, ist teilverzinkt und überschaubar in Unterhalt, Anschaffung und bei den Ersatzteilkosten. Die Motoren sind in der Regel überaus robust, speziell die "LKW-Vierzylinder" gelten als unverwüstlich. Und langsam steigen auch die Preise.

Im Bild: Ein Turbo-S-Modell aus dem Baujahr 1988. Mercedes W124

Die W124-Baureihe steht für typische Mercedes-Qualitäten. Er ist robust, zuverlässig und wartungsarm - im Unterhalt vergleichsweise günstig.

Technisch gesehen gehört der 124er zu den langlebigsten Fahrzeugen überhaupt. Taxifahrer schwärmen von Laufleistungen jenseits der 500.000 Kilometer – die vor allem mit den Diesel-Motoren möglich sind. Bei Benzinern gibt es einzelne Schwachstellen wie eingelaufene Nockenwellen im 230 E oder defekte Zylinderkopfdichtungen bei den Reihensechszylindern. Opel Commodore B Coupé GS

Spießer und Sportler – der Commodore B war beides. Das B-Modell gab es von 1972 bis 1977 als viertürige Limousine und als Coupé. Die Commodore-Baureihen nutzen die Basis des Opel Rekord D, unterscheiden sich jedoch durch die Sechszylinder-Motoren vom einfacheren Rekord.

Während wie die Luxus-Coupés von BMW und Mercedes schon als Klassiker das Licht der Welt erblickten, musste der Opel alle Tiefen eines Autolebens durchfahren: im Alltag gnadenlos verschlissen und dann von Amateur-Tunern vielfach verschlimmbessert und verheizt. Schade eigentlich.

Wer also ein gut erhaltenes Exemplar ergattern kann, der sollte wirklich zuschlagen – denn, den Wertverlust hat der Commodore nämlich längst hinter sich. Mercedes C 126 - SEC

Auch dreißig Jahre nach der Präsentation hat das C-Modell der W126er Baureihe nichts von seiner Faszination verloren. Im Gegenteil: Dank seiner Langlebigkeit und dem außergewöhnlichem Fahrkomfort wird sie auch heute noch als "Langstrecken-Meister" geschätzt. Um die S-Klasse mit zwei Türen äußerlich vom 6er BMW abzugrenzen, ersparte sich Mercedes Benz beim SEC die B-Säule, was der Linienführung und Übersichtlichkeit sehr zugute kam.

Der SEC galt lange als das "beste Auto der Welt". Warum? Ganz einfach: Kein anderes Auto hatte zu der Zeit gleichzeitig ABS, Gurtbringer, Airbags, elektrische Sitzverstellung, Sonnenrollo, Klimaautomatik und hydropneumatischen Federung. Mercedes W116

Aus heutiger Sicht gehört der W116 sicherlich zu den protzigsten Schwaben die je gebaut wurden. Die Paarung von dem 70er Jahre Disco-Charme mit sachlichem Mercedes-Stil – der vor allem im Innenraum deutlich wird – verhalf dem Fahrzeug schnell zu Kultstatus. Heute ist der W116 ein gesuchter Youngtimer und die Marktlage immer noch hervorragend. Doch Vorsicht ist geboten: Scheckhefte sind ein Muss sofern der Wagen nicht zum teuren Alptraum mutieren soll.

Im Bild: Ein W116 wie er von 1972 bis 1980 gebaut wurde. BMW E23

Der BMW überzeugt auch heute noch mit hoher Fahrdynamik, die seine bis heute substanziellen Preise in gewissem Maße rechtfertigen. Hinzu kommt eine sehr gute Verarbeitung, solide Materialien und die hervorragenden Sechs-Zylindermotoren, wie man sie auch in den anderen BMWs findet. Schon etwas rar geworden sind gut erhaltene Cabrios, die keinem Tuner und seinen "Verschlimmbesserungen" zum Opfer gefallen sind.

Bei den Cabriolets müssen Interessierte vor allem für die M-Modelle mittlerweile ziemlich tief in die Tasche greifen.

Im Bild: Eine Cabrio-M-Version der Baureihe E30. Baujahr: 1988. Opel Kadett C Coupe GT/E

Der Kadett C war das letzte kompakte Opel-Modell mit Heckantrieb. Vor allem aber war er preisgünstig und daher gleichzeitig für Fahranfängern und Rennfahrer attraktiv.

Mit der gelben Kampfbemalung und dem 1,9-Liter-Triebwerk aus dem Opel Rekord verbreitet der Kadett GT/E seit dem Herbst 1975 Rallye-Feeling auf öffentlichen Straßen. Noch heute sind etliche C-Modelle im Motorsport aktiv und der Renner aus Bochum fährt immer noch vielen Konkurrenten davon. 

Im Bild: Ein Coupé wie es von 1975 bis 1977 gebaut wurde. Alfa Romeo Spider Fastback

Wer Cabrio fahren will, der kommt an Alfa nicht vorbei. Heute gehört der Alfa Romeo Spider zu den bekanntesten Youngtimern und Cabrios der Welt.

Bei der Entwicklung setzte sich Alfa Romeo das Ziel, ein erschwingliches Cabrio mit Eleganz zu verbinden. Das gelang jedoch nur eingeschränkt: Das Design wurde von der Kundschaft und Autoliebhabern kontrovers diskutiert.

Übrigens: In Italien lautet die Modellbezeichnung Duetto. In Österreich und Deutschland trug er aber bereits von Anfang an die Bezeichnung Spider. Renault R5 Turbo

Renault setzte den für den Motorsport konzipierten Turbo bei nationalen und internationalen Rallye-Wettbewerben ein. Man baute aber auch eine zivile Version, die den Spurt auf hundert 6,4 Sekunden meistert.

1986 musste Renault die Produktion aufgrund härterer Abgas-Gesetze einstellen und schickte den wesentlich schlechter motorisierten R5 GTE ins Rennen. Dem blieb der Kultstatus des Turbo allerdings verwehrt.

Vor kurzem wurde ein Renault R5 Turbo bei einer Online-Auktion um 35.700 versteigert. Wer also einen sieht, der sollte kaufen. Unbedingt. VW Golf I GTI

Volkswagen plante den Golf GTI ursprünglich nur als limitierte Sonderserie. Doch die Resonanz auf der IAA 1975 war so überwältigend, dass VW weit mehr als die veranschlagten 5.000 Stück baute.

Der erste "Wolf im Schafspelz" wurde mit dem 110-PS-starken Vierzylinder aus dem Audi 80 GT/E zum Leben erweckt. Mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in weniger als zehn Sekunden stieß der Fronttriebler in Sportwagen-Dimensionen vor.

Der Golf GTI ist ein Phänomen, eine Marke innerhalb der Marke Volkswagen und dafür muss man mittlerweile einen ordentlichen Stapel Scheine hinlegen. Audi Quattro

1986 spielte ein rot-lackierter Quattro in einem Werbespot die Hauptrolle: Das erste Straßenauto mit permanenten Allradantrieb fuhr eine Skisprungschanze hoch. Die Message: Traktion ist kein Problem.

Heute ist das Coupé ein gefragter Youngtimer. Frühe Versionen des bis 1991 genau 11.548-mal gebauten Modells überschreiten bereits die 10.000-Euro-Grenze. Alfa Romeo Giulia

Überzeugte Alfisti behaupten: Man ist  kein richtiger Benzinbruder, wenn man noch nie eine Alfa besessen hat.

Zum Beispiel eine Giulia: Die Mutter aller Sportwagen. Alfa präsentierte den Wagen 1962 in Monza und überzeugte sofort mit der klar gezeichneten Karosserie und dem geräumigen Interieur.

Angetrieben wird der kleine Sportler von einem klassischen Leichtmetall-Vierzylinder mit oben liegenden Nockenwellen angetrieben. Alfa baute die Giulia bis 1978. Alfa Romeo GTV

Aber auch andere Modelle des italienischen Herstellers legen in letzter Zeit deutlich an Wert zu.

Der GTV gilt bei seinen Fans als eines der letzten Sportcoupés der alten Schule, die aufgrund von ihren Eigenheiten - die heute als Mängel bezeichnet werden würden - einen ganz besonderen Charakter vertraten.

So lässt sich beispielsweise der erste Gang nur dann geräuschlos einlegen, wenn man im Stand zuerst in den zweiten schaltet, um dann den Hebel in den ersten Gang zu schieben.

Im Bild: Ein GTV aus dem Jahr 1977. Saab 900i

Der Saab war schon immer ein Auto für Individualisten und wird es wahrscheinlich noch lange bleiben. Die Preise für den 900er sind stabil hoch und beginnen bei circa 2.500 Euro für ordentliche Exemplare. Enden jedoch oberhalb der Wolken für das Cabrio in gepflegtem Zustand.

Zuschlagen lohnt sich trotzdem, der Saab 900 hat den Wertverlust längst hinter sich gelassen. VW Jetta I

Der Jetta basiert technisch auf dem Golf I, dem damals bestverkauften Auto in Deutschland, war jedoch hinten um satte 38 Zentimeter verlängert worden. Das Resulat: Den größten Kofferraum einer Klasse mit einem Ladevolumen von 630 Litern.

Wer Interesse hat, der muss nicht lange suchen. Erstaunlicherweise finden sich immer noch viele gut erhaltene Jetta-I-Modelle auf dem Markt. Zum Teil spottbillig. Opel Senator

Aus Marketing-Perspektive betrachtet darf der Senator durchaus als Produkt eines geistigen Komas gelten – was ihn wiederum auch sehr interessant macht.

Der Wagen sollte nämlich die riesige und prestigeträchtige Diplomat-Baureihe ablösen, die bis 1977 produziert wurde und mit einem 5,4-Liter großen V8 befeuert wurde. Als der Senator von Opel auf den Markt losgelassen wurde, erkannte jedoch jedes Kind die optische und technische Verwandtschaft zum "Brot-und-Butter-Auto" Opel Rekord.

Das der Wagen trotzdem Erfolg hatte liegt vor allem an seiner Motorisierung: Die 150 bis 180 PS starken Aggregate machten den Senator in den siebziger Jahren zu einem Pächter der linken Autobahnspur – das Auto machte einfach Spaß.

Und das tut es auch heute noch. Die günstigsten Modelle beginnen schon bei circa 800 Euro. Wer zur robusten 3-Liter-Variante greift, der muss sich auch vor hohen Laufleistungen nicht scheuen.

Mehr zum Thema

(KURIER.at) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?