Elektroauto beim Betanken.

© APA/HELMUT FOHRINGER

Wirtschaft
11/05/2019

Deutsche Autoindustrie steuert 2 Mrd. Euro zu E-Autoprämie bei

Kaufanreiz soll dazu führen, dass sich mehr Menschen der Elektromobilität zuwenden.

Die deutschen Autobauer wollen sich mit mehr als 2 Mrd. Euro an den Kaufprämien für ihre Elektroautos beteiligen. Die geplante Förderung für bis zu 700.000 Neuwagen mit 4.000 bis 6.000 Euro Zuschuss pro Auto summiere sich über den Daumen gepeilt auf deutlich über 2 Mrd. Euro, sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA) Bernhard Mattes am Dienstag.

Die deutsche Regierung und Autoindustrie einigten sich am Montagabend auf ein Paket mit Kaufanreizen für E-Autos und zum Ausbau der Ladeinfrastruktur. "Der Kaufanreiz wird dazu führen, dass sich mehr Menschen der Elektromobilität zuwenden", sagte Mattes. Die Automobilhersteller übernehmen wie bisher die Hälfte der Förderung, die restlichen Milliarden bezahlt der Staat.

Auf Dauer kein Subventionsgeschäft

Die Vereinbarung sei ein deutlicher Sprung nach vorne, damit sich Elektroautos als wichtiger Beitrag zum Klimaschutz durchsetzen könnten, sagte Mattes. Viele neue Modelle und ein dichtes Ladestellennetz sollten auf längere Sicht dafür sorgen, dass Elektroautos auf Dauer kein Subventionsgeschäft bleiben sollten. "Die Elektromobilität muss sich für Kunden, Unternehmen und den Staat rechnen, da müssen wir hinkommen."

Zu monieren hat die Branche, dass private Ladestellen nur mit 50 Mio. Euro gefördert werden sollen. Das sei angesichts des Bedarfs von mehreren Millionen Ladepunkten zu wenig. Die Autoindustrie sagte zu, bis 2022 insgesamt 15.000 öffentliche Ladepunkte auf Firmengeländen und bei Autohändlern zu schaffen, bis 2030 sollen es 100.000 werden.

Beschäftigung

Ein Thema beim "Autogipfel" im Kanzleramt seien auch die Folgen des Umbaus der Autoindustrie auf E-Autos für die Beschäftigung gewesen. Hier sei vereinbart worden, beim Kurzarbeitergeld und beim Qualifizierungschancengesetz nachzuschärfen. Das deutsche Arbeitsministerium habe zusammen mit dem Wirtschaftsministerium und dem Bildungsministerium unter Beteiligung der IG Metall den Auftrag, hier Möglichkeiten zu prüfen. Dazu solle es in einigen Wochen Vorschläge und ein weiteres Treffen geben, erklärte Mattes.

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