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Wirtschaft
09/29/2020

Derzeit 80.000 Kredite über 6,6 Milliarden Euro gestundet

Für das Frühjahr befürchten die Schuldnerberater einen Anstieg der Privatinsolvenzen.

Das gesetzliche Kreditmoratorium für Privatpersonen und Kleinstunternehmen wird gut genutzt. Noch höhere Beträge sind aber privat gestundet, sagt Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bundessparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), laut "Wiener Zeitung". Das staatliche Moratorium gilt nach zwei Verlängerungen inzwischen bis 31. Jänner 2021. Für das Frühjahr befürchten die Schuldnerberater einen Anstieg der Privatinsolvenzen.

Laut Rudorfer sind derzeit unter dem gesetzlichen Moratorium für Private und Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten beziehungsweise 2 Mio. Euro Umsatz 80.000 Kredite mit einem Volumen von 6,6 Milliarden Euro gestundet. Dazu kommen 60.000 privat gestundete Kredite, mit einem Volumen von über 17 Milliarden Euro. Denn die Banken haben mit Ausbruch der Coronakrise noch ohne gesetzliche Grundlage Stundungen ermöglicht, zitiert die "Wiener Zeitung" Rudorfer. Dies hätten vorwiegend Unternehmen in Anspruch genommen.

Die meisten Stundungsanfragen gab es im März und April, teilweise können die Kunden inzwischen schon wieder ihre Kredite bedienen. So war die Zahl der gesetzlich gestundeten Kredite Anfang Juni mit rund 104.000 höher als jetzt.

Auch die Wüstenrot Bausparkasse hat zwischen März und August eine höhere Nachfrage nach Stundungen verzeichnet, seit Juli laufen die ersten Stundungen aber wieder aus und die Situation normalisiere sich langsam wieder, schreibt die "Wiener Zeitung".

Bei der s Bausparkasse haben bisher rund sieben Prozent der Darlehenskunden eine temporäre Zahlungserleichterung bzw. -befreiung beantragt, davon die Hälfte auf Basis des gesetzlichen Moratoriums.

Die Stundungen führen allerdings nicht dazu, dass der Schuldenberg kleiner wird, erinnert Clemens Mitterlehner, Geschäftsführer der asb, der Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen, in der Zeitung. Die Lage bei den Privatinsolvenzen werde sich wohl mit Frühlingsbeginn zuspitzen. Die Frage sei, wie viele nach der Pandemie zurück in ihren alten Job finden werden.

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