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Wirtschaft
01/07/2021

Covid-19 wird zum Turbo für digitale Vorreiterunternehmen

Unternehmen mit hohem Digitalisierungsgrad erholen sich rascher von der Corona-Pandemie als Nachzügler.

von Thomas Pressberger

Digitale Vorreiterunternehmen haben im Gegensatz zu Nachzüglern ihren Umsatz und ihren Unternehmenswert in den vergangenen Jahren stärker erhöht. In Zeiten von Covid-19 wurde der Unterschied aber noch deutlicher: Von September 2019 bis Februar 2020 steigerten digitale Vorreiter ihre Marktkapitalisierung um 20 Prozent. Nachzügler konnten nur um acht Prozent zulegen.

Bis September 2020 haben die digital weit entwickelten Unternehmen diesen Wert sogar auf 25 Prozent erhöht und sich damit deutlich schneller erholt als Unternehmen mit geringerer digitaler Reife, die das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht haben.

Mehr als nur Selbstzweck

Das belegt die neueste Studie zum „Digital Acceleration Index“ der Boston Consulting Group (BCG), für den 2.300 Manager befragt wurden. „Digitale Vorreiter verbinden menschliche Fähigkeiten und Stärken mit Technologie sowie Digitalisierung, um herausragende Kundenerfahrungen, produktivere Prozesse und einen höheren Innovationsgrad zu erzielen“, sagt Michael Grebe, Senior Partner und Experte für digitale Transformation bei BCG.

Die Digitalisierung eines Unternehmens sei mehr als nur ein Selbstzweck. Sie schlage sich nachweisbar in wirtschaftlichem Erfolg nieder und sei Voraussetzung, um die aktuelle Krise zu meistern. „Im Angesicht von Covid-19 wird deutlich, dass fehlende Digitalkompetenz diese Schere weiter vergrößert“, sagt Michael Rüssmann, BCG-Senior Partner und Technologieexperte.

Krisenbewältigung

Investitionen in digitale Fähigkeiten und neue Technologien zahlen sich laut Studie also aus. Digitale Kompetenzen, die vor Investitionsstopps aufgebaut wurden, helfen den Vorreitern in der akuten Krisenbewältigung und sind in der Zeit nach der Krise ein Wettbewerbsvorteil.

Circa doppelt so viele digitale Vorreiter als Nachzügler haben die Zeit vor Covid-19 genutzt und im Schnitt etwa 15 Prozent der Betriebsausgaben in Digitalisierung investiert. Vorreiter gaben häufiger an, hauptsächlich in IT und Daten zu investieren. Außerdem setzen sie mehr Mitarbeiter in digitalen Rollen ein, die doppelt so viel Training – auch in künstlicher Intelligenz – erhalten, als jene der Nachzügler.

Europa hinterher

In der aktuellen Krise nutzen digitale Vorreiter bereits Analysen auf Basis künstlicher Intelligenz, um Lieferketten trotz Covid-19 stabil zu halten. „Sie halten ihre Kunden oder gewinnen sogar Neukunden hinzu, auch wenn der traditionelle Handel eingeschränkt ist“, sagt Grebe.

Im globalen Vergleich der digitalen Reife liegt Asien vorne. Rund 30 Prozent der Unternehmen gelten dort als digitale Vorreiter. In Europa und den USA zählt nur jedes fünfte Unternehmen zur Spitzengruppe.

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