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Wirtschaft
01/07/2022

Chip-Förderung für Siemens-Chef Hesoun nicht ausreichend

Für Investitionsprojekte in Österreich wären mehr als 300 Millionen Euro nötig.

Die Förderung der Mikroelektronik-Industrie in Österreich ist laut Siemens-Chef Wolfgang Hesoun, auch Präsident des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie FEEI, nicht ausreichend für die anstehenden Projekte. Für heuer stehen im Budget 125 Mio. Euro an Fördergeldern für die Chipbranche zur Verfügung, nachdem zuvor bereits 150 Mio. Euro investiert worden waren. Laut Fachverband brauche es aber mindestens 305 Mio. Euro, schreibt die "Kleine Zeitung" am Freitag.

Es gebe laut FEEI sechs Unternehmen, die für neue Produktionsanlagen und Forschungseinrichtungen Förderungen brauchen. Um welche Projekte es sich genau handle, wurde nicht gesagt. Der FEEI will jedoch eine Aufstockung der Mittel. Die Fördergelder stammen aus dem EU-Programm "Important Projects of Common European Interest" (IPCEI). Im Vorjahr gingen die 150 Mio. Euro zu einem großen Teil an nur ein Projekt, nämlich an das neue Infineon-Werk in Kärnten.

Ebenfalls kritisch sieht der Siemens-Chef die Umsetzung des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz EAG. Es basiere "in vielen Bereichen auf völlig unrealistischen Rahmenbedingungen", so Hesoun laut der Zeitung. "Wir bewegen uns derzeit in einem Planungs-Nirwana, das sich nicht einfach auflösen lässt." Es gebe noch viele Herausforderungen wie die Verstärkung des Stromnetzes, die langen Genehmigungsverfahrung sowie die Problematik des Bodenverbrauchs für Solarkraftwerke. Derzeit werde das Instrument der beschleunigten Genehmigungsverfahren nach seiner Erfahrung nicht genutzt, so Hesoun, der auch im Standortsicherungs-Beirat sitzt.

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