Siemens-Österreich-Chef Wolfgang Hesoun kritisiert die „Pseudo-Energiewende“, die Investitionen in notwendige Kraftwerke
verhindert.

© KURIER/Jürg Christandl

Wirtschaft
12/14/2021

Wolfgang Hesoun: „Ein Anschlag auf den Wirtschaftsstandort“

Wolfgang Hesoun, Chef des IV-Infrastrukturausschusses und von Siemens Österreich, über Politik

von Richard Grasl

Kein gutes Haar an den Entscheidungen von Verkehrs- und Umweltministerin Leonore Gewessler lässt einer der wichtigsten Industriebosse des Landes, Siemens-Chef und Chef des IV-Infrastrukturausschusses, Wolfgang Hesoun.

KURIER: Wie sehr gefährdet die Absage des Lobau-Tunnels und anderer Straßen den Wirtschaftsstandort?

Wolfgang Hesoun: Das ist ein Anschlag auf die Rechtssicherheit des Landes und damit auf den Standort. Investoren brauchen Planbarkeit. Plötzlich wird ein durch alle Instanzen geprüftes Projekt durch ein kurzes Gutachten abgesagt. Eine derart große politische Unsicherheit gefährdet den Ruf des Landes.

Aber es gibt ja konkrete Umweltschutzbedenken, Flächenverbrauch, Gefahr für das Wasser.

Den Flächenverbrauch muss man bei einem Tunnel einmal erklären. Ein Tunnel ist ja nicht dafür vorgesehen, dass er sich ständig mit Wasser füllt und damit die Au schädigt.

Kritik gibt es auch am Gesetz zum Ausbau der erneuerbaren Energie. Für Siemens ist das ja ein wichtiges Geschäftsfeld. Stimmen Sie hier Gewessler zu?

Ganz und gar nicht. Denn das, was sich die Ministerin hier vorstellt, ist einfach nicht machbar. Ich habe ihr das auch gesagt. Ich glaube, sie hat es verstanden, aber sie will es politisch einfach nicht.

Was sind Ihre Kritikpunkte?

Dass sich die vielen hunderten Anlagen für Wind- und Sonnenkraft zeitlich gar nicht ausgehen können. Jetzt ist zwar das Gesetz in Kraft und das Ziel für 2030 gesetzt. Aber es gibt immer noch keine Umsetzungsbestimmungen. Dann haben wir statt zehn Jahren – und das wäre extrem knapp – nur mehr sieben. Und am Ende werden wir  dastehen, traurig schauen und sagen, dass wir es nicht geschafft haben.

Wie können wir die Klimaziele schaffen?

Indem wir nicht durch jene, die die Ziele setzen, auch noch gehemmt werden. Wir errichten zum Beispiel mit der Voest eine -reduzierte Stahlproduktion. Dazu brauchen wir als Voraussetzung aber eine  220-KV-Leitung. Und wer ist gegen diese Leitung? Die Grünen.
 

 

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