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Wirtschaft
11/05/2019

China senkt Referenzzins erstmals seit 2016

Chinas Wirtschaft wächst so langsam wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Die chinesische Zentralbank reagiert.

Angesichts der sich abschwächenden Konjunktur hat die chinesische Zentralbank erstmals seit 2016 einen wichtigen Zins gesenkt. Der Satz für mittelfristige Darlehen an Finanzinstitutionen (MLF) wurde um 5 Basispunkte auf 3,25 Prozent gekappt, wie die People's Bank of China am Dienstag bekanntgab.

Der Schritt könnte darauf hinweisen, dass die Notenbank in ein paar Wochen den neuen Referenzzins LPR (loan prime rate) den dritten Monat in Folge senken könnte. Dieser liegt derzeit bei 4,20 Prozent, ist an den MLF gekoppelt und wird am 20. jeden Monats festgelegt.

Chinas Wirtschaft wächst so langsam wie seit fast 30 Jahren nicht. Der Volksrepublik macht der Handelskrieg mit den USA zu schaffen, aber auch die schwächere Nachfrage nach seinen Exportprodukten in anderen Regionen. Die Zentralbank hatte bereits angekündigt, weitere Schritte zur Stützung der Konjunktur einzuleiten.

US-Handelsstreit: China will Rücknahme der Strafzölle

Im Handelskonflikt der USA mit China sieht es Insidern zufolge nach Entspannung aus. China dränge US-Präsident Donald Trump im Rahmen eines vorläufigen Abkommens zur Rücknahme von im September verhängten Strafzöllen, sagten mit den Verhandlungen vertraute Personen am Montag.

Es werde allgemein erwartet, dass das sogenannte "Phase-1"-Abkommen die Aufhebung der für den 15. Dezember angekündigten Zölle auf chinesische Importe wie Mobiltelefone, Laptops und Spielzeug im Wert von 156 Milliarden Dollar (139,81 Mrd. Euro) beinhalte. Dies soll noch in diesem Monat von Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping unterzeichnet werden. Zu den Zöllen vom 15. Dezember bestätigte ein US-Beamter, dass das Schicksal der Tarife Teil der Verhandlungen sei.

Eine weitere Quelle, die über die Gespräche informiert ist, sagte, dass chinesische Unterhändler darauf bestehen würden, dass die Regierung in Washington die 15-prozentigen Zölle auf chinesische Waren im Wert von etwa 125 Milliarden Dollar fallenlasse, die am 1. September in Kraft getreten sind. Sie würden auch eine Befreiung von früheren Zöllen in Höhe von 25 Prozent auf etwa 250 Milliarden Dollar an Importen von Maschinen, Halbleitern bis zu Möbeln anstreben.

Eine mit der chinesischen Verhandlungsposition vertraute Person sagte, China werde Washington weiterhin dazu drängen, "alle Zölle so schnell wie möglich aufzuheben". Auch Präsident Xi Jinping sprach bei der Eröffnung der Chinesischen Internationalen Import Expo (CIIE) davon, dass die Weltgemeinschaft Handelsbarrieren abbauen müsse. Die Zeitung "Fanancial Times" berichtete, dass das Weiße Haus darüber nachdenke, die Zölle mit Geltungstag vom 1. September wieder zurückzunehmen.

Ralph Winnie, Direktor des China-Programms am Eurasia Center, sieht in dem Interims-Handelspakt einen Gewinn für die Wirtschaft beider Ländern. "Wenn Trump den Deal besiegelt, wird er vom amerikanischen Volk sehr positiv betrachtet werden. Es ist eine Win-Win-Situation für beide Länder."

In dem Handelsstreit überziehen sich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt seit über einem Jahr gegenseitig mit milliardenschweren Sonderzöllen.

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