Brandgefährlich: Warum man Akkus lieber richtig entsorgt
Brand eines Geräts mit Lithium-Ionen-Batterie durch mechanische Überlastung.
Dass falsch entsorgte Lithium-Ionen-Batterien regelmäßig Brände in Müllsammelfahrzeugen und Sortieranlagen von Abfallentsorgungsunternehmen auslösen, ist nichts Neues. Anlässlich des "Tages der Batterie" am 18. Februar warnt die heimische Abfallwirtschaft aber erneut vor den Folgen von "Fehlwürfen" und zeigt bei einer Live-Demonstration, was passiert, wenn leistungsstarke Batterien starken mechanischen Belastungen ausgesetzt werden.
Brände gefährden Versorgung ganzer Regionen
2025 habe es 36 größere Brände durch Batterien im Haushaltsmüll gegeben, schildert Umweltschutzminister Norbert Totschnig bei dem Medientermin am Standort von Saubermacher im 23. Wiener Gemeindebezirk: "Dabei fallen viele Anlagen aus und die Versorgung ganzer Regionen ist gefährdet."
Brand beim Papier-Recycler Loacker in Götzis im August 2025.
Akkus stecken in sehr vielen Produkten
Laut Elisabeth Gieser, Geschäftsführerin der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) sei die Sammelquote bei Batterien im Allgemeinen mit über 80 Prozent schon relativ hoch. Bei Lithium-Ionen-Akkus allerdings betrage sie nur 13,3 Prozent. "Besonders gefährlich ist das Unwissen darüber, in welchen alltäglichen Produkten diese Akkus verbaut sind." Neben Powerbanks, Smartphones und Laptops seien das etwa EVapes, blinkende Haarreifen, Bluetooth-Kopfhörer und diverses Kinderspielzeug.
Wie schnell Glückwunschkarten in Flammen aufgehen
Auch musizierende Glückwunschkarten zählen dazu, wie man bei einer Live-Demonstration sieht. Während ein Feuerwehrmann Powerbanks und Smartphones mit einem Bolzenschneider bearbeiten muss, um eine feurige Reaktion auszulösen reicht bei der Glückwunschkarte ein milder Hammerschlag aus.
Gequetsche Batterien drehen thermisch durch
"Seit 2014 haben sich die Brandereignisse in der Abfallwirtschaft mehr als verfünffacht", sagt Berthold Kren von Saubermacher. "Wenn ein Akku im Müllauto oder in der Sortieranlage zerdrückt oder anders mechanisch beschädigt wird, kann es zum sogenannten 'thermischen Durchgehen' kommen - einer Kettenreaktion, durch die sich die Temperatur konstant erhöht, bis es zur Selbstentzündung kommt."
Brände können immer wieder beginnen
Perfide bei Batteriebränden sei, dass vermeintlich gelöschte Geräte immer wieder neu entfachen können, schildert Martin Mittnecker vom burgenländischen Landesfeuerwehrverband. Landen Batterien in großen Schüttgut-Haufen und beginnen dort zu brennen, seien sie schwer zugänglich für die Feuerwehr. Weil das Löschwasser mit schädlichen Chemikalien in Berührung kommt, muss es nach einem Einsatz aufwendig entsorgt werden.
Mahnen zu Vorsicht beim Batterie-Entsorgen: Berthold Kren (Saubermacher), Hans Roth (Saubermacher-Gründer), Norbert Totschnig (BMLUF), Elisabeth Giehser (EAK) und Martin Mittnecker (LFV Burgenland).
Bevölkerung soll Bewusstsein entwickeln
Jedenfalls gebe es Verbesserungsbedarf am Status quo und die öffentliche Bewusstseinsbildung spiele eine wichtige Rolle, sagt Totschnig. "Es braucht einen Schulterschluss." Die Abfallwirtschaft sei "eine tragende Säule unseres Wirtschaftssystems." Um ihre Funktionsfähigkeit zu gewährleisten, sei die fachgerechte Entsorgung von Batterien von entscheidender Bedeutung.
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