Rene Benkos Signa-Gruppe übernimmt den strauchelnden Konzern

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Wirtschaft
06/10/2019

Benkos Signa übernimmt alle Anteile von Galeria Karstadt Kaufhof

"Ziel ist es, die Warenhäuser zukunftsfähig zu machen", heißt es. Der Konzern soll bald wieder profitabel werden.

Die Signa-Gruppe des Tiroler Investors Rene Benko übernimmt sämtliche Anteile an der Warenhaus-Gruppe Galeria Karstadt Kaufhof, teilte die Signa Montagnachmittag in einer Aussendung mit. Die Gruppe kauft damit den 49,99 Prozent-Anteil der Hudson's Bay Company. Die beiden Firmen hatten im vergangenen Jahr ihre beiden Warenhausketten unter der operativen Führung der Signa zusammengeführt.

"Ziel ist es, die Warenhäuser zukunftsfähig zu machen und im digitalen Zeitalter zu einem führenden Omnichannel-Anbieter zu entwickeln", so Stephan Fanderl, Geschäftsführer der Signa Retail und CEO von Galeria Karstadt Kaufhof. Die Entscheidungswege würden kürzer und einfacher - "das ist wichtig und richtig", betonte der Manager.

Die Einigung sehe vor, dass das belgische Warenhausunternehmen Galeria Inno ebenfalls vollständig bei Signa verbleibt. Hudson's Bay Niederlande wird hingegen wieder eine 100-prozentige Gesellschaft von Hudson's Bay Company. "Im Rahmen der Vereinbarung erwirbt Signa von HBC auch sämtliche Anteile am bislang gemeinsamen Immobilienbestand. Bisher hatten beide Unternehmen je 50 Prozent am Portfolio gehalten", teilten die Tiroler weiters mit.

Milliarden-Deal

Der Vollzug der Transaktion werde für den Herbst erwartet - vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Der Kaufpreis liegt einer Mitteilung von HBC zufolge bei insgesamt rund einer Milliarde Euro. Die Kanadier ziehen sich damit - wie von einigen Investoren schon länger gefordert - aus dem schwierigen Geschäft in Deutschland zurück. HBC-Chefin Helena Foulkes sprach von einem "Meilenstein", der es ermögliche, Kapital aus dem deutschen Immobilienbestand zu schlagen und so die Bilanz zu stärken.

Personalabbau

Anfang Mai hatte Fanderl gemeint, er will den rote Zahlen schreibenden Konzern bis zum Geschäftsjahr 2020/21 wieder profitabel machen. "Die Lage ist angespannt, aber wir sind optimistisch", sagte der Manager im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und kündigte damals an: "Wir werden in diesem Jahr die Voraussetzungen für ein erfolgreiches gemeinsames Unternehmen schaffen." Einsparungen erwartete der Manager beim Personal, aber auch durch verbesserte Konditionen im Einkauf.

Der genaue Umfang des Personalabbaus hänge vom weiteren Verlauf der Sanierung ab, sagte Fanderl vor einem Monat. Ursprünglich hatte er im Jänner den Abbau von 2.600 Vollzeitstellen angekündigt.

Warnstreiks

Die Mitarbeiter der angeschlagenen Warenhauskette Galeria Kaufhof bekommen den harten Sanierungskurs bereits zu spüren. Vor dem Pfingstwochenende  rief die Gewerkschaft verdi   zu Warnstreiks in den  Warenhäusern von Galeria Kaufhof und Karstadt auf.  In einigen Filialen stehen Mitte Juli betriebsbedingte Kündigungen an. Die Gewerkschaft Verdi kritisierte, dass Signa Retail kein Zukunftskonzept für die Warenhäuser vorgelegt habe und  womöglich mehr an den attraktiven Immobilien interessiert sei.