© Kurier/Gilbert Novy

Wirtschaft
07/21/2019

Benimmtipps für den Urlaub: Keinesfalls mit Jogginghose reisen

Thomas Schäfer-Elmayer, Experte für Etikette, über gutes Benehmen im Flugzeug und am Berg.

von Katharina Salzer

Eigentlich ist es ja ganz einfach: Ein Tourist sollte sich auf Reisen genauso gut benehmen wie (er es) zu Hause (tun sollte). Das klappt aber oft nicht, und Österreicher bilden da keine Ausnahme. Auch sie benehmen sich daneben.

Thomas Schäfer-Elmayer, Benimm-Experte, sieht ein ähnliches Phänomen wie bei Firmenfeiern. „Viele sind sich nicht bewusst, dass sie unter Beobachtung stehen.“ Bei den Firmenfeiern sind es die Chefs, die zuschauen, im Urlaub die Einheimischen. Und dann passiert es: Betrunken, polternd, sich vordrängend wirft der österreichische Urlauber kein gutes Bild auf sein Heimatland.

„Wir sind verantwortlich für das Image unseres Landes“, sagt Schäfer-Elmayer. Als Gäste und als Gastgeber. „Die wichtigsten Grundpfeiler des guten Benehmens gelten überall.“ Respekt, Wertschätzung, Taktgefühl, Einfühlungsvermögen, zählt Schäfer-Elmayer auf. Viele Leute würden in ein fremdes Land reisen, aber etwa dasselbe wie daheim konsumieren. Schnitzel, fällt dem Benimm-Experten ein. „Interesse an dem anderen Land ist aber ein wichtiger Faktor.“ Das mache sympathisch.

Wie werden Österreich von anderen Nationen beurteilt? „Das ist sehr unterschiedlich“, sagt Schäfer-Elmayer. Im Gespräch hören die Österreicher, sie seien gebildet und höflich. Bei Umfragen schaut es da schon anders aus. Von Firmen ins Ausland entsandte Mitarbeiter haben ihr Urteil abgegeben: Im Expats-Ranking war Wien im vergangenen Jahren eine der unfreundlichsten Städte weltweit. Platz 65 von 72.

Im Buch  „Der große Elmayer. Alles, was Sie über gutes Benehmen wissen sollten“ finden sich Tipps, was im Urlaub angebracht ist.

Ins Gepäck...

... gehört Kleidung, in der man sich am wohlsten fühlt und die nicht so leicht verknittert. Aber Stil zeigen. Nach Dresscodes am Urlaubsort fragen.  Jogginganzug nur beim Fitnesstraining tragen.

Im Flieger ...

... gilt: Man grüßt beim Platznehmen seinen Sitznachbarn. Fragen nach Nationalität oder Grund der Reise  gelten oft als aufdringlich. Wer mit einer Konversation beginnen möchte, startet mit einer allgemeinen Feststellung – etwa über das Wetter und wartet wie das Gegenüber reagiert. In Europa gilt es als unhöflich, sofort nach dem Beruf zu fragen. In Amerika und Asien ist das Thema oft  Bestandteil der ersten  Konversation. Bei kurzen Strecken nicht unnötig oft spazieren gehen.  Wenn man aufsteht, nur an der eigenen Arm- und Rückenlehne festhalten. Nach der Landung warten, bis die Passagiere aussteigen können und nicht gleich aufspringen.  

Am Buffet ...

...lieber einmal öfter gehen, als den Teller zu voll zu laden. Vor- und Hauptspeisen nicht auf einem Teller mischen.

 

Im Zug…

… Zehn Minuten vor der Abfahrt am Bahnsteig sein. Es gehört sich nicht, Abteile für andere Reisende zu blockieren, damit man seine Ruhe hat

Am Schiff

… Unbedingt nach dem Dresscode fragen. Denn es kann Abendkleid und Smoking erwünscht sein. Höflich zum Kapitän sein: Seine Einladung zum Dinner gilt als Auszeichnung

Am Berg ...

... ist das Du-Wort in Österreich oft ein Muss (im Gegensatz zur Schweiz). Darauf mit Sie  zu antworten ist sogar beleidigend. Hat man Freundschaft am Berg geschlossen bleibt man im Tal beim Du, sonst geht man wieder zum Sie über.  

 

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.