Bekannter Sprachtrainings-Anbieter schlittert in die Pleite
Insolvenz im Burgenland (Symbolbild)
Das Landesgericht Salzburg hat heute über das Vermögen der inspire GmbH ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Inspire ist laut KSV8170 und Creditreform auf Sprachtrainings und Business-Seminare spezialisiert. Von der Insolvenz sind etwa 50 Gläubiger sowie 81 Mitarbeiter betroffen, darunter 60 freie Dienstnehmer. Alleinige Gesellschafterin der inspire GmbH ist die Satina Beteiligungsverwaltungs GmbH.
Drastische Umsatzeinbußen als Auslöser
Nach Angaben des KSV1870 ist die Insolvenz primär auf die anhaltende wirtschaftliche Krise zurückzuführen. Die Nachfrage nach Schulungen und Seminaren seitens der Unternehmen sei drastisch zurückgegangen, insbesondere in der Region Ost. Besonders hart traf es die Wiener Niederlassung des Unternehmens in der Neubaugasse.
Schwer wog zudem der Einbruch bei öffentlichen Aufträgen: Das Arbeitsmarktservice (AMS) kürzte die Zusammenarbeit für 2026 von rund 1,2 Millionen Euro auf nur noch 550.000 Euro. Ein weiterer Hauptkunde fiel aufgrund von Sparmaßnahmen komplett weg. Diese massiven Umsatzeinbußen führten letztlich zur Zahlungsunfähigkeit.
Schulden und Vermögen
Das Unternehmen mit Sitz in der Vogelweiderstraße 63 in Salzburg weist Verbindlichkeiten von rund 800.000 Euro auf, denen Aktiva von lediglich 420.000 Euro gegenüberstehen. Allein die Hausbank des Unternehmens hat Forderungen in Höhe von rund 400.000 Euro angemeldet.
Breites Leistungsspektrum im B2B- und B2C-Bereich
Die von Geschäftsführer Mag. Andreas Kreil geleitete inspire GmbH bot professionelle Sprachtrainings, Business-Seminare und interkulturelle Schulungen für Unternehmen in Österreich und Bayern an – wahlweise als Onlinetraining, Coaching oder Live-Seminar. Neben dem Hauptsitz in Salzburg unterhielt das Unternehmen eine Niederlassung in Wien sowie einen kundenbezogenen Standort im AMS Salzburg-Kurscenter.
Die Sanierung
"Die Antragsstellerin bietet den Gläubigern den gesetzlich geforderten Mindestsanierungsplan von 20 Prozent zahlbar binnen zwei Jahren an", so Venko Stojnic von Creditreform. "Laut Eigenantrag sollen durch Restrukturierungsmaßnahmen die Fixkosten reduziert und die für die Erfüllbarkeit des angebotenen Sanierungsplanes erforderlichen Voraussetzungen geschaffen werden."
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