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Wirtschaft
06/23/2021

Bei Deutscher Bahn droht Streikwelle in den Sommerferien

Die Streikdrohung ist schon ein paar Tage alt, nun machen die Lokführer ernst: Sie wollen den Bahnverkehr lahmlegen.

Bei der Deutschen Bahn rücken Streiks der Lokführer mitten in der Ferienzeit näher. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat nach gescheiterten Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Move konkrete Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen, wie sie am Mittwoch mitteilte.

Den genaueren Umfang und Zeitpunkt von möglichen Arbeitsniederlegungen will GDL-Chef Claus Weselsky erst am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Berlin bekanntgeben. Die entsprechenden Gremienbeschlüsse liegen laut GDL vor.

Gescheiterte Verhandlungen

Unmittelbar vor Beginn der Schulferien in mehreren deutschen Bundesländern erhöht die Gewerkschaft damit den Druck auf das Management der Bahn. Die GDL hatte die Verhandlungen am vergangenen Dienstag für gescheitert erklärt.

Es ist der erste Warnstreik bei der Bahn seit Dezember 2018, als die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ihre Mitglieder zum Arbeitskampf aufrief. Beide Gewerkschaften ringen miteinander um Einfluss in dem deutschen Staatskonzern.

Geringeres Plus

Die EVG hatte schon im vergangenen Herbst einen Tarifabschluss erzielt. Ab Anfang 2022 erhalten die Beschäftigten um 1,5 Prozent mehr Geld - wenig im Vergleich zu Tarifrunden in besseren Zeiten. Dafür sind bis Ende 2023 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Die GDL will bei Geld und Arbeitszeit mehr herausholen.

Beide Seiten hatten sich vor dem Scheitern der Verhandlungen etwas aufeinander zu bewegt. Angelehnt an den Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes fordert die GDL eine Einkommenserhöhung von 1,4 Prozent plus eine Coronaprämie in diesem Jahr sowie weitere 1,8 Prozent im nächsten Jahr.

Forderungen

Die Beschäftigten hätten mehr verdient als einen Ausgleich der Preissteigerung, argumentiert Weselsky. Die Deutsche Bahn hatte nach eigenen Angaben Einkommenssteigerungen wie im Öffentlichen Dienst vorgeschlagen, allerdings bezogen auf den Bereich Flughäfen.

Für Flughäfen war wegen des Verkehrseinbruchs ein "Notlagentarifvertrag" geschlossen worden. Die Einkommenserhöhung von 1,4 Prozent gibt es dort erst im Oktober 2022, die weiteren 1,8 Prozent erst im April 2023. Die Arbeitgeber erhalten außerdem die Möglichkeit, die Arbeitszeit 2022 um sechs Prozent zu kürzen. Im Oktober 2023 soll das Niveau des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienstes erreicht werden.

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