Bauernbund: "Können zu aktuellen Preisen kein Getreide in Österreich anbauen"
Zusammenfassung
- Bauernbundchef Strasser warnt, dass zu aktuellen Preisen in Österreich kein Getreideanbau möglich ist, da Erzeugerpreise stagnieren und Produktionskosten steigen.
- Der Anteil der Wertschöpfung für Bauern ist gering: Bei einem 1-kg-Laib Brot erhalten sie nur 20 Cent, bei einer Semmel etwa 1 Cent.
- Der Bauernbund fordert Entlastungen und startet die Kampagne "Schleuderpreise stoppen" für faire Wertschöpfung und Unterstützung der Landwirtschaft.
Agrarier sehen sich in Sachen Endverbraucherpreise nicht nur immer wieder entlang der Wertschöpfungskette übervorteilt. Nun schlagen sie konkret wegen der tiefen Getreide-Erzeugerpreise und zu hohen Kosten beim Anbau Alarm.
"Zu den aktuellen Preisen können wir in Österreich kein Getreide produzieren", warnte der Chef des ÖVP-Bauernbundes, Georg Strasser, am Montag via Aussendung. Die Erzeugerpreise im Ackerbau stagnierten, während die Produktionskosten anstiegen.
Für eine Tonne Mahlweizen habe ein Landwirt zuletzt rund 180 Euro bekommen. Das sei ein Rückgang von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders brisant sei der äußerst geringe Anteil der Wertschöpfung, der bei den Betrieben ankomme, bekräftigte der ÖVP-Bauernbund.
"Von einem 1-kg-Laib Brot landen rund 20 Cent am Anfang der Kette bei den Bäuerinnen und Bauern, das sind lediglich 6 Prozent vom durchschnittlichen Verkaufspreis." Bei einer Semmel bleibe Bauern rund 1 Cent. "Selbst wenn der Bauer seinen Weizen verschenkt, würde die Semmel für Konsumenten nur um rund einen Cent billiger", so der Volkspartei-Abgeordnete zum Nationalrat.
Kampagne lanciert
Daher fordert der Bauernvertreter dringend Entlastungen auf der Kostenseite. Düngemittel hätten sich seit dem russischen Überfall auf die Ukraine massiv verteuert. Der CO2-Grenzausgleich (CBAM) "und weitere EU-Klimavorgaben" könnten auch Preise steigern, was aber nicht geschehen dürfe.
"CBAM muss entweder ausgesetzt oder die Einnahmen daraus gezielt zur Entlastung der Landwirtschaft verwendet werden", forderte Strasser und verwies auf eine entsprechende Initiative Österreichs in Brüssel.
Zudem setzt der Bauernbund auf eine Kampagne zur Bewusstseinsschärfung. Mit "Schleuderpreise stoppen" setze man sich per sofort "für einen fairen Anteil an der Wertschöpfung" für die Landwirtschaft ein. Unterstützen kann man die Kampagne durch die Unterzeichnung der Petition unter www.schleuderpreise-stoppen.at.
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