Bittere Pillen für Burgenlands Zuckerrübenbauern

Mehrere Zuckerrüben mit grünen Blättern wachsen dicht nebeneinander auf dunkler Erde unter blauem Himmel.
Landwirte kämpfen mit Importdruck und Preisverfall: Es werden nur noch 35 Euro pro Tonne bezahlt.

Die Stimmung unter den burgenländischen Zuckerrübenbauern ist gedrückt. Bei der 63. Vollversammlung des Burgenländischen Rübenbauernbundes in Deutschkreutz wurde deutlich: Die wirtschaftliche Lage der Zuckerindustrie in Europa und Österreich bleibt angespannt, und die Auswirkungen treffen auch die Landwirte im Land.

2025 bauten 176 Rübenbäuerinnen und -bauern im Burgenland auf rund 1.800 Hektar Zuckerrüben an – geerntet wurden über 136.000 Tonnen. Doch die Erlöse liegen weit unter den Erwartungen.

Sieben Männer stehen vor Bannern des Rübenbauernbundes und der Landwirtschaftskammer Burgenland.

Geschäftsführer des Bgld. Rübenbauernbundes (RBB) Wolf Reheis, Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Meszaros, Präsident des Österr. Rübenbauernbundes Ernst Karpfinger, Präsident der LK-Burgenland Nikolaus Berlakovich, Präsident des Bgld. RBB Markus Fröch mit den beiden Vizepräsidenten Alfred Vukovich und Wolfgang Paar bei der Vollversammlung des Bgld. Rübenbauernbundes im Vinatrium in Deutschkreutz.

„Die Preisaussichten sind aktuell niederschmetternd“, sagt Markus Fröch, Präsident des Burgenländischen Rübenbauernbundes. Der Preis pro Tonne dürfte heuer bei etwa 35 Euro liegen – fast die Hälfte weniger als 2023. „Der Bauer braucht aber rund 45 Euro pro Tonne, um wirtschaftlich überleben zu können.“

Überangebot und Preisverfall

Ein Grund für den Preisverfall ist das Überangebot auf dem europäischen Zuckermarkt. Zwar sind die zollfreien Zuckerimporte aus der Ukraine seit Juli 2024 etwas zurückgegangen, doch die Vorräte in Osteuropa bleiben hoch. Gleichzeitig sinkt der Zuckerkonsum in der EU: In Österreich liegt er mittlerweile bei 29,6 Kilogramm pro Kopf, rund zehn Kilogramm weniger als noch im Jahr 2000.

Um den Markt zu stabilisieren, wurde die Rübenanbaufläche EU-weit um rund zehn Prozent reduziert. In Österreich sank sie von 44.000 auf etwa 24.500 Hektar, im Burgenland von knapp 3.000 auf rund 1.800 Hektar. „Das ist notwendig, um langfristig die Existenz unserer Rübenbäuerinnen und -bauern zu sichern“, erklärt Fröch.

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