Banken wollen Abgabe ab 2027 wieder verringern

Steuer bringt halbe Milliarde Euro fürs Budget im Jahr. Spartenobmann Höllerer drängt auf versprochene Reduzierung.
Ein Mann mit Brille und Anzug gestikuliert in einem Gespräch.

2011 hat die damalige Bundesregierung unter Werner Faymann eine Bankensteuer eingeführt. Sie brachte rund eine halbe Milliarde Euro im Jahr. 2017 wurde sie abgesenkt, ehe sie im Vorjahr erneut angehoben wurde und nun wieder etwa 500 Millionen in die leere Staatskasse spült. Allerdings ist die Erhöhung auf zwei Jahre befristet, sie sollte also nächstes Jahr wieder sinken.

Michael Höllerer, Obmann der Bundessparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), fürchtet, dass das nicht sicher sei. „Wir stehen vor einem Doppelbudget und es wird sicher ein intensiver Diskussionsprozess“, sagte er bei einem Hintergrundgespräch. „Wir werden ganz klar unsere Stimme erheben“, kündigte er bereits jetzt Widerstand gegen eine Verlängerung der Abgabe an.

Es sei rechtlich bedenklich, wenn eine Branche zu höheren Steuern verpflichtet wird, nur weil es für diese gerade gut läuft. Dabei seien die aktuellen Gewinne im internationalen Vergleich nicht so hoch. Und die Kapitalausstattung der heimischen Häuser sei derzeit zwar signifikant gut, aber dass es so weiterlaufe, sieht Höllerer nicht. „Das kann sich schnell drehen.“

Für ihn und Eva Landrichtinger, Geschäftsführerin der Bundessparte Bank und Versicherung in der WKÖ, kommt noch die (Über)Regulierung hinzu. „Regulierung ist notwendig, aber sie muss den Banken auch die Luft zum Atmen lassen“, betont sie. Für Höllerer hätten Regeln durchaus Sinn, wie es sich auch in der Finanzkrise gezeigt habe. In Europa und darüber hinaus in Österreich gebe es aber spezielle Regeln, die nur hier zur Anwendung kämen („Gold Plating“).

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