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02/18/2021

AMS testet: Sind Sie geeignet für den Pflegeberuf?

Mit Selbsteinschätzungs-Tools und Training am Pflegesimulator soll die Vorauswahl bei Umschulungen verbessert werden.

von Anita Staudacher

Ist der Pflegeberuf etwas für mich? Was die Jobchancen anbelangt, auf alle Fälle. Rund 4.500 offene Stellen für Pflegekräfte aller Qualifikationen sind derzeit beim AMS gemeldet. Um diese auch besetzen zu können, werden im Rahmen der „Job-Offensive“ vermehrt Arbeitslose aus anderen Berufen umgeschult. Allein beim AMS Wien stehen für heuer 1.500 Ausbildungsplätze bereit, bis 2024 sind es 4.400. Wer sich dafür entscheidet, erhält im Rahmen einer eigenen Pflegestiftung einen Ausbildungszuschuss von 400 Euro monatlich.

Doch bei Weitem nicht alle Bewerber sind auch tatsächlich für einen körperlich wie psychisch herausfordernden Beruf im Spital oder Pflegeheim geeignet. Das hat zur Folge, dass zwar viele mit der Ausbildung beginnen, schon bald danach aber wieder abbrechen oder nicht lange im Job verbleiben. Gesundheits- und Sozialberufe haben neben der Gastronomie die höchste Drop-out-Quote von allen Berufen.

Bessere Vorauswahl

Das AMS verbessert daher die Vorauswahl und prüft anhand eines fünfwöchigen „Pflegescreenings“, ob der Job auch zum Bewerber passt. Zum Einsatz kommt dabei ein neues Selbsteinschätzungs-Tool, Übungen am Pflegesimulator sowie Workshops und ein besseres Kennenlernen der unterschiedlichen Berufsfelder von Heimhilfe bis Rettungssanitäter/in. Das Ergebnis eines solchen Selbsteinschätzungs-Tests, den die Prospect Unternehmensberatung GmbH erstellt hat, sehen Sie hier

Unbekannter Beruf

„Ich merke immer wieder, unser Beruf ist in aller Munde, aber kaum bekannt“, weiß Danny Klawatsch, OP-Assistent in der Klinik Floridsdorf. Der 27-Jährige absolvierte eine arbeitsnahe Qualifizierung (AQUA) zum diplomierten medizinischen Fachassistenten und ist trotz herausfordernder Corona-Zeit überzeugt, das Richtige zu tun: „Ich habe durch die Arbeit die Liebe zu den Menschen entdeckt“, schwärmt er. Die Arbeit im Spital sei zwar nicht seine erste Wahl gewesen, beim Bundesheer habe er aber schon als Sanitäter gearbeitet.

Obwohl dringend benötigt, gebe es derzeit – wohl auch Corona-bedingt – nur sehr wenige Neuanfänger, bedauert Klawatsch. „Viele haben Angst, mit dem Virus in Kontakt zu kommen. Auch meine eigene Familie ist deshalb besorgt“. Allen Interessierten rät Klawatsch neben dem Screening auch zu einem Schnuppertag, um den Alltag kennenzulernen. Zusätzlicher Anreiz für die Berufswahl müsste auch ein höheres Gehalt sein, ist er überzeugt.

Das Gehalt sei nur ein Teil der Arbeitsbedingungen, die in Branche verbessert werden müssten, stimmt Arbeitsminister Martin Kocher zu. Zumindest bei der Ausbildung werde nun mit dem Zuschuss finanziell nachgebessert. „Um die Gesamtsituation zu verbessern, müssen alle mithelfen“, so der Minister.

Eine Ausbildung zur Operationsassistenz (Meducation Ausbildung) bietet übrigens auch Meducation Webinar an. Die Ausbildung beginnt im April und es sind noch freie Plätze vorhanden. Nähere Infos finden Sie hier

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